27. Jan. 2021

Marktplatz

Einst lebten in Niederösterreich viele Familien vom Handwerk der Pecherei. Doch mit dem Siegeszug des Erdöls verlor die Harzgewinnung immer mehr an Relevanz. Auch bei der Kaugummiproduktion lösten die synthetischen Stoffe ihre Vorgänger aus der Natur ab. Auf der Suche nach Innovationen im Forstsektor entwickelten Claudia Bergero und Sandra Falkner eine Idee, wie man das 2011 in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommene Handwerk unterstützen und zugleich mit regionalen Produkten für Genuss sorgen kann.

Auf Basis von Baumharz und Bienenwachs entwickelten die beiden Alpengummi – ein natürliches Kaugummi. Verkauft wird es aktuell in den Geschmacksrichtungen Waldminze, Wacholder und Erdbeere. In den 12 Gramm leichten Schachteln aus österreichischer Produktion sind ca. 13 einzelne Kaugummis enthalten. Die auf den ersten Blick kleinen Kaugummis sollte man vor dem ersten Kauen einen Moment im Mund anwärmen, da das Harz erst durch die Wärme weich und angenehm kaubar wird. Die mit Xylit, also Birkenzucker, gesüßte Kaumasse schmeckt dezent nach der jeweiligen Geschmacksrichtung – aber dafür lange nach Wald. Während klassische Kaugummis oft schon nach wenigen Minuten Geschmack und Konsistenz verlieren, hat man von der Kaumasse aus dem Harz von Nadelbäumen und Bienenwachs länger etwas. Nach Angaben der Gründerinnen wirkt das Kauen zahnreinigend – die ohne Erdöl hergestellte Kaumasse ist zudem biologisch abbaubar. Verkauft wird Alpengummi unter anderem über den Onlineshop der Gründerinnen.

(SMC)