18. Apr. 2024

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Feuchtigkeit macht aus praktischen Kellern gefährliche Orte. Denn wenn die Feuchtigkeit in den Räumen zu hoch wird und mangels Luftzug auch kaum Feuchtigkeit abtrocknet, dann schädigt das Möbel und anderes Inventar und kann sogar dazu führen, dass sich Schimmel breitmacht. Manche Quellen für zuviel Feuchtigkeit lassen sich selbst beseitigen. So kann man mit einem einfachen Hygrometer aus dem Baumarkt sehen, wie stark sich eine Ladung frisch gewaschener Wäsche auf die Luftfeuchtigkeit auswirkt und wie lang die Wirkung anhält. Helfen kann in diesem Fall in den Sommermonaten der Wäscheständer auf dem Balkon oder im Garten – und im Winter ein handelsüblicher Wäschetrockner, der die Feuchtigkeit nicht an die Raumluft abgibt, sondern sie entweder aus dem Haus leitet oder sie in einem Behälter sammelt, den man regelmäßig entleert.

Auch langes Duschen, heißes Baden und im Extremfall sogar intensives Kochen können Feuchtigkeit in die Wohnung bringen. Hier gilt es nicht zu übertreiben und regelmäßig zu lüften, um die Feuchtigkeit wieder aus dem Haus zu bekommen. Doch in manchen Fällen sind feuchte Wände auch nicht hausgemacht, sondern ein Indikator für Baumängel oder Beschädigungen. So kann eine undichte oder nicht funktionierende Horizontalsperre dafür verantwortlich sein, dass Feuchtigkeit aus dem Boden kapillar aufsteigt und so einst trockene Wände in feuchte verwandelt. Die Feuchtigkeit ist dann wieder die Grundlage für Schimmel und Schwämme – und natürlich schädlich für das Inventar. Verrostete Regale, verklumpte Vorräte und Verfärbungen an den Wänden sind erste Hinweise auf ein Problem. Nicht unmittelbar sichtbar, aber ebenfalls von Bedeutung ist, dass nasses Mauerwerk schlechter isoliert und so die Heizkosten steigen.

Geht es nur um ganz wenig Feuchtigkeit, kann man zu einem Entfeuchter im Raum greifen. Manche Geräte sammeln die Feuchtigkeit mit Hilfe eines Salzes. Dieses verbraucht sich nach und nach – die Feuchtigkeit sammelt sich in einem kleinen Behälter unterhalb des Salzes. Andere Geräte setzen auf elektrischen Strom und holen die Feuchtigkeit auf diesem Weg aus der Luft. Wie wirksam es jeweils ist, kann man mit einem Hygrometer nachvollziehen und dann entscheiden, ob die Geräte das Problem bereits lösen. Nachteil ist, dass dauerhaft neue Feuchtigkeit ins Haus kommt und dort wieder eingesammelt werden muss.

Um die Wege der Feuchtigkeit ins Haus dauerhaft zu verschließen, muss man sich bei Altbauten etwas einfallen lassen. Hintergrund ist, dass Bodenplatte und Wände schwer zugänglich sind und deshalb nur mit hohem Aufwand bearbeitet werden können. Verschiedene Anbieter setzen dabei auf unterschiedliche Systeme, um dem Wasser den Weg abzuschneiden. Das wahrscheinlich älteste Verfahren setzt auf wasserdichte Materialien, die in das bestehende Mauerwerk integriert werden. Metall, Kunststoff und ähnliche nicht durchlässige und lange beständige Materialien kommen dafür in Frage. Eine Herausforderung ist es jedoch, diese überall in die Mauern einzubringen, um Lücken, durch die trotzdem noch Wasser sickern kann, zu vermeiden.

Die Drymat-Systeme GmbH setzt auf eine aktive Sperre durch ins Mauerwerk eingebrachte Elektroden. Dafür werden Elektroden aus Edelstahl verwendet, die für das elektrophysikalische Verfahren gebraucht werden. Verbunden werden die ringförmig ins Mauerwerk eingebrachten Elektroden mit einer Steuereinheit. Der Anbieter, der unter anderem die Eremitage in St. Petersburg auf seiner Referenzliste hat, spricht von Stromkosten von wenigen Euro pro Jahr – und gibt seinen Kunden eine langfristige Garantie auf die verbrauten Materialien, wozu Interessenten hier weitere Informationen finden.

Ein anderes Verfahren setzt auf abdichtende Flüssigkeiten. Je nach Material der Mauern kann man dieses wie mit einer Spritze an verschiedenen Stellen ins Mauerwerk einbringen. Da das Mittel meist dünnflüssig ist, kann es sich auf den gleichen Wegen wie die Feuchtigkeit durch das Mauerwerk bewegen und diese Wege anschließend verstopfen. Spannend ist dabei, das Material an den richtigen Stellen einzubringen und natürlich, dass es die richtigen Wege findet und verschließt. Da die Flüssigkeit im Mauerwerk aushärtet, sollte man einen Blick auf ihre Inhaltsstoffe werden.

(SMC)