21. Sep. 2021

Hören

Wenn Kai Magnus Sting, selbsternannter Kenner und Freund des Potts, über das Ruhrgebiet spricht, dann merkt man schnell, hier geht es um eine ganz besondere Region. Mit besonderen Menschen. Besonderer Kultur. Besonderer Sprache. In seinem zweieinhalbstündigen Hörbuch „Hömma, so isset“ geht es nicht nur um lokale Mundart und Besonderheiten, sondern auch um die natürlich nur noch im Klischee so spezielle Sprache der Menschen im Ruhrgebiet. Kai Magnus Sting, dessen Auftritt im Ebertbad in Oberhausen für das Hörbuch aufgezeichnet wurde, erzählt von Erlebnissen beim Einkaufen, aus der Familie und auch von Begegnungen bei Fahrten mit dem Regionalexpress oder der S-Bahn.

Humor ist bekanntlich immer Geschmacksache. Aus meiner Sicht – selbst aus dem Ruhrgebiet – wird das Programm immer dann besonders lustig, wenn Kai Magnus Sting auf Basis scharfer Beobachtungen Besonderheiten der Region in den Fokus nimmt. Brieftauben in einer früheren Bergbauregion. Redensarten, die man auch im Alltag noch hört. Die Herausforderungen des Bahnfahrens, garniert mit real existierenden Stadtteilen und Stationen. Ein Highlight ist auch der Bericht über die Erlebnisse beim Currywust-Kauf im Bochumer Bermudadreieck. Andere Teile des Programms beziehen sich – für mich teils langatmig – auf aufgeregte Dialoge in der Familie oder mit Freunden, die mit einem „siehste“ mehr sagen, als die Menschen in anderen Regionen. Bei diesen Vorträgen beweist der Autor zwar Sprachgewandtheit, für mich persönlich fällt der Unterhaltungswert aus den sich oft im Kreis drehenden „Unterhaltungen“ jedoch hinter anderen Teilen des Programms zurück. Als Kabarettist überzeichnet Kai Magnus Sting seine Region natürlich hemmungslos – und das ist auch gut so. Veröffentlicht hat die CDs (ISBN 978-3-8445-3975-2) der Hörverlag.

(SMC)