11. Aug. 2022

Reisen

„Sehen und gesehen werden“ – in den drei Kaiserbädern war das schon lange Prinzip. Und auch heute lohnt es sich auf Usedom die Augen offen zu halten, denn es gibt immer etwas zu entdecken. Ob man die Architektur alter Villen bewundert, von einer der drei Seebrücken Schiffe auf ihrem Weg über die Ostsee begleitet oder im Cafe den anderen Gästen zuschaut. Während sich Ende des vergangenen Jahrhunderts nur adlige Gäste einen Besuch auf Usedom erlauben konnten, gibt es dort inzwischen Angebote für jeden Geldbeutel. Während die einen eine mondäne Villa mieten, entscheiden andere sich für ein gemütliches Hotelzimmer. Dabei profitieren beide von der entspannten Atmosphäre, den traumhaften Stränden und den freundlichen Gastgebern.


In unmittelbarer Nachbarschaft der bekannten Villa Irmgard betreibt Familie Diedrich wenige Meter hinter der Uferpromenade das liebevoll eingerichtete Hotel Villa Neptun. Wenige Meter entfernt von der Strandpromenade zwischen Heringsdorf und Bansin bietet das Hotel Villa Neptun eine gute Basis für einen Urlaub in Heringsdorf. Errichtet wurde das Haus im Jahre 1905 durch den damaligen Kapitän Frentz. Bis heute ist es als eines der wenigen authentischen Kapitänshäuser der Insel erhalten. Bereits 1935 wurde es als schönstes Haus von Heringsdorf ausgezeichnet. Mit seinem mit grünen Schindeln gedeckten Turm und der roten Backsteinfassade ist das Haus auch heute ein echter Blickfang. Mit großem Engagement haben die heutigen Eigentümer das historische Gebäude mit seinen 19 Gästezimmern technisch auf den neuesten Stand gebracht ohne ihm seinen historischen Charme zu nehmen. Die vier Einzelzimmer haben eine Größe ab 13,5m², die 12 Doppelzimmer bieten zwischen 18 und 25m² und sind zum Teil mit Balkons ausgestattet. Drei Appartements an der Seeseite des Hauses bieten bis zu 30m² Platz. Besonderen Wert hat man auf bequeme Betten gelegt. Daher sind alle Betten mit Federkernmatratzen ausgestattet und sowohl in der Härte als auch in der Höhe verstellbar. Zwei Gartenterrassen, ein kleiner Teich und das hauseigene Fischrestaurant mit 40 Plätzen sorgen dafür, dass es in der Villa Neptun niemals langweilig wird. Als passionierter Hobbyfotograf ist der Junior-Chef zugleich Inselkenner par excellence. Mit gekonntem Blick und professionellem Equipment hat er die verschiedensten Ansichten von Usedom abgelichtet und gibt Tipps, wo es zu welcher Zeit am schönsten ist. Nicht nur Fotografen freuen sich über die praktischen Insidertipps aus erster Hand.


Beliebt ist Usedom nicht nur wegen seines Meeresklimas, sondern auch wegen der abwechslungsreichen Wellness-Angebote. Birgit Storbeck und ihr Team im Wellness & Beautybereich haben im Vitalgarten des Maritim Hotel Kaiserhof ein Thalasso Plus Angebot etabliert. Besondere Spezialität sind Anwendungen mit individuell gemischten Algenpräparaten der französischen Algologin und Thalasso-Expertin Mireille Guillou. Basierend auf Schulungen bei französischen Algenexperten sind die Mitarbeiter des Maritim Hotels vertraut mit der Wirkung jeder einzelnen Sorte. Im Gegensatz zu Standard-Anwendungen beginnt jede Behandlung im Thalasso Plus Zentrum mit einer individuellen Diagnostik. Im Gespräch lernen die freundlichen und qualifizierten Mitarbeiter ihre Kunden kennen und erfahren so welche Ziele diese mit der Anwendung verfolgen und worauf sie achten müssen. Verspannungen und Schmerzen in bestimmten Bereichen des Körpers werden dabei genauso berücksichtigt wie Hauterkrankungen oder Allergien. Ebenso wie die äußeren Anwendungen, Algenpackungen und Fußbäder, sind natürlich auch Massagen und Präparate zur inneren Anwendung im Angebot. Viele Kunden sind so überzeugt von der individuellen Behandlung im Maritim-Hotel, dass sie nicht nur als Gäste wiederkommen sondern sich auch genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Produkte schicken lassen.

Bekannt ist Usedom auch für die Heringsdorfer Jodsole, die seit den 20er Jahren aus 408 Meter Tiefe gefördert wird. Das salzhaltige Wasser enthält Jod, Mineralstoffe und Spurenelemente und eignet sich deshalb unter anderem für Solebäder oder Massagen mit Solekompresse. Ohne jegliche Nebenwirkungen hilft die Sole bei Erkrankungen der Atemwege, Hautproblemen und auch bei Rheuma oder Gelenkerkrankungen. Genießen kann man die Anwendungen in der OstseeTherme in Ahlbeck. In Rufweite des Meeres ist dort ein bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebtes Freizeitbad entstanden. Neben verschiedenen Schwimmbecken, einem Sauna-Garten und Aufenthaltsräumen gibt es einen separaten Bereich für Sole-Anwendungen mit medizinisch geschultem Personal. Gut geeignet ist die gesunde Sole auch für Floating. In Bansin gehört Aqua Motion Floating zum Angebot des Kaiser Spa Hotel zur Post. Begleitet von Musik und Lichtspielen kann man in der 35 Grad warmen, salzhaltigen Sole für rund 20 Minuten die Seele baumeln lassen und alleine oder zu zweit abschalten und jeglichen Stress abperlen lassen. Wer möchte kann dazu eine Wellness-Trainerin buchen, die mit Massagegriffen und Bewegungen zum Aqua-Dreaming einlädt. Auch von Innen kann man die Sole anwenden: Ein kleiner Teil der Sole kommt in Trinkbrunnen zum Einsatz oder wird zu Solebonbons verarbeitet. Schon Theodor Fontane wusste die Vorzüge der Ostsee zu schätzen und dichtete: „Man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut, Lungen mit einer stillen Wonne.“


Wer am nächsten Tag neben einem Spaziergang am Meer bei einem Ausflug auf Entdeckungstour gehen möchte, trifft mit einem Leihfahrrad (inkl. Hol- und Bringservice und inselweitem Pannenservice z.B. bei Mietrad Usedom ab 7 Euro) eine gute Wahl. Ein 40km langer Küstenradwanderweg zwischen Peenemünde im Norden und den drei Kaiserbädern gibt die Möglichkeit viel von der Insel zu sehen. Insgesamt warten rund 150km Radwege darauf entdeckt zu werden. Kirchen, Museen und Cafes säumen den Weg und laden ein zu kleinen Pausen. Und sollte man seine Kräfte dennoch überschätzen, so ist die Usedomer Bäderbahn oft nicht weit und bringt die Radfahrer zurück zu ihrem Urlaubsort. Wenige hundert Meter hinter Ahlbeck liegt die deutsch-polnische Grenze. Unkompliziert und ohne Passkontrolle kann man mit dem Fahrrad durch ein kleines Wäldchen bis nach Swinemünde weiterfahren. Ebenfalls reizvoll sind Radtouren ins Achterland im Herzen der Insel. Wälder, Wiesen und malerische Dörfer sind dort überall zu entdecken. Die 445 km² große Insel wurde durch die letzte Eiszeit geprägt. Flach- und Steilküste, langgestreckte Hügelketten sowie eine Vielzahl von Seen lassen das bis heute erkennen.


Wer von den Aktivitäten des Tages und der Seeluft müde ist, kann den Abend in einem der vielen Restaurants verbringen. Ob man im eigenen Hotel bleibt und in der gastlichen Stube des Fischrestaurants Villa Neptun ein leckeres Menü genießt oder andere Spezialitäten bevorzugt, entscheidet man jeden Abend neu. Originelle Geschmackskombinationen sind im Angebot. So kombiniert das Küchenteam der Villa Neptun zum Beispiel Rotbarschfilet mit Camembertsauce und frischen Trauben und kitzelt so den Gaumen der Gäste. Neue Pommersche Küche bietet Jörg Gleissner im Restaurant „Stellwerk“ im Bahnhof Heringsdorf an. Das liebevoll mit Eisenbahn-Equipment und Erinnerungsstücken ausgestattete Restaurant begeistert nicht nur Eisenbahn-Fans. Denn nach einem Rundgang durch das Stellwerk und das angeschlossene Museum hat man nicht nur einen Einblick in die Eisenbahngeschichte gewonnen, sondern auch einen unterhaltsamen Gastgeber kennen gelernt. Der serviert zum Beispiel das „Menü der verlorenen Werte“, das er aus den Speisekarten der alten Usedomer Hotels und Cafes zusammengesellt hat. Tatar vom Rinderfilet gehört da genauso zu wie klare Ochsenschwanzsuppe oder Tranchen von der glacierten Kalbshaxe. Getränke, Rauchfischpralinen und Rechnung liefert Gleissner, der je nach Tagesfang der Fischer ein Fischgericht kreiert, stilgerecht per Modelleisenbahn an die Tische. Unterhaltsam erzählt Gleissner seinen Gästen, dass „Steak Hawai“ zu DDR-Zeiten „Steak Kuba“ hieß und aus „Königsberger Klopsen“ kurzerhand „Berliner Klopse“ wurden. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude kann Koch Gleissner nun seinen Traum verwirklichen, zugleich alte Werte bewahren und nach den neusten Erkenntnissen kochen.


Usedom ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Während im Sommer Strand und Wassersport im Mittelpunkt stehen, bieten Vor- und Nachsaison die Gelegenheit die Seele baumeln zu lassen, lange Spaziergänge oder Radtouren zu machen und die Ostsee mit dem Boot zu erkunden. Das Kulturprogramm erstreckt sich über das ganze Jahr. So widmet sich das Usedomer Musikfestival bis zum 10. Oktober dem Thema „Preußens Glanz … eine musikalische Spurensuche“. Auch im Winter sind zahlreiche Museen geöffnet, bieten verschiedene Veranstalter gut beheizte Inselrundfahrten an und können warm gekleidete Besucher die Stille und Ruhe genießen oder sich zum Beispiel bei den Usedomer Wellnesstagen verwöhnen lassen. Infotelefon und Prospekte zur Insel Usedom gibt es telefonisch unter 038378/477110. Buchen kann man auch über die Hotline 01805/583783. (SMC)