14. Nov. 2018

Reisen

2018 wurde in Konstanz das „Jahr der Kultur“ gefeiert. Sechs Jahrhunderte nach der einzigen Papstwahl nördlich der Alpen feierte man das Jubiläum mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm. Doch auch nach Ende des Programms hat die Stadt Urlaubern aus aller Welt eine Menge zu bieten. Einen guten Einstieg bietet die Stadtführung „Gegenwart der Vergangenheit“, bei der man in kompakter Form über die Stadtgeschichte informiert wird und die interessantesten historischen Gebäude im Stadtzentrum besucht. Dazu gehört ohne Zweifel die dreischiffige Säulenbasilika mit ihrer tausend Jahre alten Krypta. Im Inneren des Konstanzer Münsters kann man im Gang des Mittelschiffs und an den Wänden 125 historische Grabplatten entdecken. An die Geschichte der Stadt erinnert seit 25 Jahren im Konstanzer Hafen die neun Meter hohe und 18 Tonnen schwere Statue „Imperia“. Sie zeigt eine leicht bekleidete Kurtisane, die Papst und König als kleine Figuren in den Händen hält.


Tradition und Moderne verbinden sich in der Hochschulstadt Konstanz hervorragend. Zwischen historischen Gebäuden ist Platz für das moderne Stadtleben mit seinen Vorzügen. Am Bodensee ist es nicht weit in die Nachbarländer. Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz sind oft nur einen Spaziergang oder eine Bootstour voneinander entfernt. Von Konstanz aus bummelt man am Seeufer entlang und erreicht kurz darauf die Schweizer Grenze. Der Spaziergang führt durch einen Park mit Tiergehege, zu malerischen Buchten und sogar zu kleinen Stränden. Wer einen weiteren Ausflug machen möchte, ist mit einem E-Bike gut bedient. Die Strecken am See sind flach und gut ausgeschildert, sodass man viel zu sehen bekommt. Die Radtour in Richtung St. Gallen verläuft durch Obstplantagen und kleine Orte. Rad und Fußwege sind nicht überlaufen, sodass man gut vorankommt und genug Zeit hat für Pausen in kleinen Häfen, an Strandbädern oder in den Ortschaften im Hinterland. Wer genug Zeit und voll geladene Akkus hat, kann richtig Strecke machen. Da bleibt sogar noch Zeit für einen Besuch in der Eisenbahn-Erlebniswelt Romanshorn. Bei guter Planung kann man für die Rückfahrt ein Schiff der weißen Flotte wählen.


Die fährt – genau wie ein Bus - auch zur Blumeninsel Mainau. Die Tour mit dem Schiff macht deutlich mehr Spaß und gibt einen Eindruck von der Weite des Bodensees. Vom Anleger aus kann man die Insel im Uhrzeigersinn umrunden. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist der Park geöffnet. Der prachtvolle Park mit alten Bäumen und einer mehrfach im Jahr wechselnden Blütenpracht ist mehr als sehenswert. Zur Dahlienblüte im Spätsommer zum Beispiel blühen 12.000 Dahlien in 250 Sorten. „Faszination Afrika“ lautet das Jahresmotto 2018. Am Ufer des Bodensees hat man eine Wüstenlandschaft nachgebildet. In der steht eine Sphinx. An anderer Stelle ist ein westafrikanischer Bauerngarten entstanden. Vor dem Schloss im Zentrum der Insel hat man eine ostafrikanische Graslandschaft mit stilisierten Großtieren der Savanne angelegt. Während Erwachsene sich an Wasserspielen und Staudengarten erfreuen, das Barockschloss mit -kirche und den Rosengarten besuchen, sind Kinder vom Streichelzoo mit Ziegen und Alpakas begeistert. Wer Tiere mag, ist auch im SeaLife Konstanz richtig. Das Aquarium zeigt neben vielen anderen Fischen nicht nur die Tierwelt der Bodenseeregion, sondern auch Haie, Rochen und Pinguine. Der Eintritt ist in der „Bodensee! Erlebniskarte“ enthalten, die man für drei, sieben oder 14 aufeinanderfolgende Tage kaufen kann. Angeboten wird die Karte in den Varianten „Landratten“, „Seebären“ und „Sparfüchse“ mit wechselnden Inhalten im Sommer und Winter. Wer die Karte wirklich nutzen möchte, muss sich viel Zeit nehmen, um herauszufinden, welche Attraktionen enthalten sind, wie man von A nach B kommt und was man telefonisch vorbestellen muss. Vielleicht nutzt man die Zeit aber lieber für einen abendlichen Spaziergang durch die historische Altstadt und entlang des Seeufers am Konstanzer Hafen. Wenn es dunkel ist, bleibt dann noch Zeit für ein paar Stunden in der Bodensee-Therme am Rande der Stadt.

(SMC)