14. Okt. 2026

Reisen

Hier erwartet Reisende ein authentisches Urlaubserlebnis, das man an überlaufenen Destinationen längst vergeblich sucht, verbunden mit dem puren Luxus, tief in die authentische griechische Lebensart einzutauchen.

Der Weg nach Kythira

Der Weg nach Kythira führt über den internationalen Flughafen von Athen. Da die Insel je nach Airline nur morgens oder abends angesteuert wird, lässt sich die Anreise perfekt mit einem Zwischenstopp in der griechischen Hauptstadt verbinden, um deren 5.000 Jahre alte Geschichte – etwa bei einem Besuch der Akropolis – auf sich wirken zu lassen. Wer die Klassiker bereits kennt und musikbegeistert ist, sollte dem Maria Callas-Museum im ehemaligen Wohnhaus der legendären Sopranistin einen Besuch abstatten. Es beleuchtet intim und multimedial das Leben, die Anfänge in Griechenland und die Weltkarriere einer der einflussreichsten Stimmen des 20. Jahrhunderts. Nach einer kurzen, rund 50-minütigen Flugzeit vom geschäftigen Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos taucht man schließlich in eine völlig andere, entschleunigte Welt ein.

Der schönste Ort der Insel

Der wohl malerischste Flecken der Insel ist Avlemonas. Der Sage nach soll hier, auf Kythira, einst Aphrodite, die Göttin der Liebe, dem Meer entstiegen sein. Das absolute Juwel des Ortes ist eine fjordähnliche Bucht, in der man zwischen Felsen in leuchtend smaragdgrünem Wasser baden kann. Weiß getünchte Häuser versprühen ein unverkennbares Kykladen-Flair, obwohl Kythira geografisch zu den Ionischen Inseln zählt. Man steigt über kleine Leitern direkt von den Felsen ins Meer, beobachtet bunt bemalte Fischerboote im sanften Wellengang oder erkundet das historische Fort, in dessen gut erhaltenen Mauern noch heute gigantische Kanonen thronen. Kleine Tavernen laden dazu ein, die traditionelle Küche zu kosten und „Slow Travel“ in Reinkultur zu zelebrieren. Dank charmanter Unterkünfte ist Avlemonas zudem der ideale Ausgangspunkt, um die Insel zu entdecken.

Traumhafte Strände und Kultur

Wer von Avlemonas mit dem Mietwagen den rund halbstündigen Weg nach Kapsáli antritt, passiert unweigerlich den von Felsen windgeschützten Chalkos Beach – einen echten Favoriten bei Einheimischen und Urlaubern. Die Inselhauptstadt Kapsali selbst präsentiert sich als einer der lebendigsten Plätze der Insel. Eingebettet in zwei geschwungene Buchten, bildet die Küstensiedlung mit ihrem großen Hafen, schicken Bars, Cafés und Restaurants das touristische Herz des Eilands. Entlang der langen Promenade findet sich für jeden Geschmack das Passende. Doch auch Kulturfans kommen voll auf ihre Kosten: Der „Zeidoros Cultural Space“ – untergebracht in einem prachtvollen venezianischen Gebäude – begeistert mit einem Open-Air-Amphitheater im antiken Stil. Rund 300 Plätze, eine herausragende Akustik und hochkarätige Konzerte mit lokalen wie internationalen Künstlern machen jeden Abend unvergesslich.

Eine eindrucksvolle Burg

Architektonisches Highlight der Insel ist die venezianische Burg von Chora aus dem 13. Jahrhundert. Von dieser strategisch perfekten Position aus behielten die Burgherren einst die Seewege des Ionischen, Ägäischen und Kretischen Meeres gleichzeitig im Blick. Noch heute bietet die Burganlage ein atemberaubendes Panorama auf die Küste und das unendliche Blau. Im Inneren entfaltet sich ein faszinierendes Labyrinth aus historischer Bausubstanz: Alte Gefängnisse, sakrale Bauwerke und ein massives Pulvermagazin zeugen von vergangenen Epochen. Neben einer prächtig erhaltenen Kirche mit wertvollen Wandmalereien befindet sich hier das Historische Archiv der Insel, während ehrwürdige Kanonen aus venezianischer, russisch-türkischer und britischer Zeit stumme Wache halten.

Wasserfälle und alte Mauern

Ein Roadtrip über die abwechslungsreiche Insel lohnt sich an jeder Weggabelung. Unterhalb des verträumten Bergdorfs Mylopotamos beginnt das idyllische Tal der Mühlen. Einst nutzte das Wasser eines wilden Baches hier die Energie von zweiundzig Wassermühlen. Bei einer geführten Wanderung durch schattige Wälder lassen sich heute noch fünf hervorragend erhaltene Exemplare bewundern – und im Frühjahr belohnt ein malerischer Wasserfall die Entdecker. Wenige Minuten entfernt, auf einer steilen Klippe an der Westküste, thront die Burg von Kato Hora (1565 von den Venezianern zur Kontrolle des Ionischen Meeres errichtet). Umgeben von historischen Kirchen bietet sie den wohl spektakulärsten Aussichtspunkt der Insel, um den Tag bei einem magischen Sonnenuntergang über dem Meer ausklingen zu lassen.

Authentische Handwerkskunst & lokale Produzenten

Echtes traditionelles Handwerk macht den Urlaub auf Kythira so nahbar. In Kato Livadi gewährt die „Roussos Family Workshop“ tiefe Einblicke in die Töpferei: Man erlebt hautnah, wie der Onkel die Töpferscheibe bedient, die Großmutter filigran bemalt und die Familie mit Leidenschaft den Brennofen hütet. Kulinarische Verführung wartet in Karavas, wo eine historische Museumsbäckerei in den Gemäuern einer alten Ölmühle knuspriges Brot nach überlieferten Rezepturen backt. Nur ein Stück weiter, im Dorf Mitata, verführt die Imkerei Athamari mit edlem Thymianhonig, dessen intensives Aroma den Geschmack der wilden Inselnatur einfängt. Nicht zuletzt sorgt der traditionelle Likör Faturada – kreiert in der „Fyrrogi Distillery“ nach altbewährtem Rezept mit modernem Feingefühl – für einen perfekten genussvollen Moment.

Eine Insel für Entdecker

Kythira ist der ultimative Geheimtipp für all jene, die einen exklusiven, unverfälschten Urlaub fernab vom Massentourismus suchen. Dank guter Erreichbarkeit ab Athen, einem reichen kulturellen Erbe, leidenschaftlichen lokalen Produzenten und einsamen Badebuchten bietet die Insel genau das, was man anderswo vermisst. Mit einem komfortablen Mietwagen, stilvollen Unterkünften und der Liebe zum authentischen Griechenland wird Kythira zu einer echten Traumdestination für anspruchsvolle Genießer.

(SMC)