30. Nov. 2021

Reisen

Palmen, Zitronenbäume und Reisanbau in der Schweiz? Das milde mediterrane Klima am Lago Maggiore macht es möglich. Die Stadt Locarno, bekannt für ihr Filmfestival und die oberhalb der Stadt gelegene Wallfahrtskirche „Madonna del Sasso“, ist als Endpunkt der Eisenbahnstrecke, ein guter Ausgangspunkt, um die Region zu erkunden. Wanderer kommen dabei genauso auf ihre Kosten wie Gäste, die am See bleiben von Ausflüge zu den verschiedenen Orten an seinen Ufern machen.  

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Verzasca-Tal mit einer sehenswerten Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert. Der Weg über die steinerne Brücke rund 14 Meter über dem Fluss Verzasca ist ein besonderes Abenteuer, denn die gemauerten Brüstungen sind nur kniehoch. Unterhalb der Brücke hat der Fluss die Granitfelsen abgeschliffen und sehenswerte Formen und Muster hinterlassen. Wenn die Strömung nicht zu stark ist, kann man an dieser auch bei Tauchern beliebten Stelle ein erfrischendes Bad nehmen. Wer früh aufsteht kann mit dem Bus bis zur Endhaltestelle Sonogno fahren. Nach einem Spaziergang durch das Bergdorf erreicht man in wenigen Minuten den viele Meter am Felsen abfallenden Wasserfall. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen bergab durch das Tag zurück zum Ausgangspunkt. Beeindruckend sind nicht nur die Berge an beiden Seiten des Tals, sondern auch die im Flussbett liegenden Felsen und die Natur- und Kulturlandschaft.

Nach einem anstrengenden Tag in den Bergen kann man sich im Termali Salini & Spa direkt am  Lago Maggiore entspannen. Der wohl schönste Platz ist im Außenbecken mit Blick auf den See, das Bergpanorama und den abendlichen Sternenhimmel. Unterschiedlich temperierte Becken, verschiedene Saunen und ein in den Sommermonaten besonders interessanter Außenbereich am See sorgen für entspannte Stunden. Ein anderer Weg sich zu entspannen ist eine Bootsfahrt über den See. Die Schiffe der Società Navigazione del Lago di Lugano sind von Locarno aus auf verschiedenen Routen unterwegs. Ein beliebtes Ziel sind die Brissago-Inseln. Auf der größeren der beiden Inseln kann man einen botanischen Garten besuchen. Die Baronin Antoinette de Saint Léger ließ dort erstmals Parkanlagen einrichten. Ein schön gestalteter Rundweg führt die Besucher durch Blumenbeete, aber auch zu exotischen Bäumen, einem Bambushain und zu zahlreichen anderen schönen Fotomotiven. In der herrschaftlichen Villa in der Mitte der Insel ist eine Gastronomie untergebracht. Wer eine Tageskarte für die Ausflugsschiffe kauft, kann auf dem Rückweg in verschiedenen Häfen aussteigen und die Fahrt mit dem folgenden Schiff fortsetzen.

Ein weiteres gut mit dem Bus erreichbares Ausflugsziel ist das Valle Maggia. Dieses Tal versetzt seine Besucher in die Vergangenheit. Am Wegesrand stößt man nicht nur auf einzelne komplett aus Stein erbaute Häuser, sondern auf ganze Dörfer in diese Bauweise. Eingebettet zwischen riesige aus den Bergen herabgestürzte Felsen haben die Menschen über Jahrhunderte Häuser aus Stein gebaut. Manche sind heute verfallen, andere weiterhin bewohnt. Dazwischen liegen liebevoll gepflegte Gärten und weite Wälder. In der Nähe des abgelegenen Bergdorfes Foroglio liegt einer der eindrucksvollsten Wasserfälle. Das Wasser des Calnegia stürzt tosend 110 Meter in die Tiefe.

Mit seinem lebhaften Stadtzentrum, den gepflegten Promenaden am See und den vielen Ausflugsmöglichkeiten ist Locarno ein interessantes Ausflugsziel, das auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Auch vor Ort ist man durch ein dichtes Netz an Busverbindungen mobil und kann die Region und ihre Vorzüge entdecken.

(SMC)