26. Mai. 2022

Reisen

In diesem Jahr fiel es der Jury unter Leitung von WEIN GOURMET Chefredakteurin Madeleine Jakits nicht leicht, die Besten unter den Besten auszuwählen. Hätte doch jeder der Nominierten in den verschiedenen Kategorien den Preis verdient gehabt. Verliehen wurde der WINE AWARD in den Kategorien „Newcomer des Jahres“, „Winzer des Jahres“, „Wein des Jahres“ und „Lebenswerk“. Hervorzuheben ist, dass der „Winzer des Jahres“ in diesem Jahr eigentlich die „Winzerin des Jahres“ ist. Nominiert wurden sechs Frauen. Unter ihnen Heidi Schröck, eine der bekanntesten Winzerinnen Österreichs und Marie-Thérèse Chappaz, die handwerkliche Weintradition in der Schweiz pflegt. Letztendlich überreichte Weinautor Jens Priewe den WEIN AWARD „Winzer des Jahres 2006“ an Elisabetta Geppetti, deren volle Trauben ihr über die malerische Toskana hinaus Ruhm und Ehre bringen.

Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy nahm von Laudator, Literaturkritiker und Gourmet Denis Scheck den „Oskar des Weines“ entgegen und wurde als „Weingourmet des Jahres“ ausgezeichnet. Péter Esterházy überzeugte die Jury mit seiner Lebensart und Lebenslust. Für ihn sind Leser mehr als nur Käufer. Seine Bücher sind niemals „korkig“. Mit Witz und Selbstironie geht das Schreibgenie durchs Leben und macht vielen Menschen Freude – genau wie die Winzer.

Gründe zum Feiern gab es demnach genug. Die Gäste flanierten nach der stimmungsvollen Verleihung durch die Gänge, Restaurants, Salons und Säle von „Schloss Bensberg“ in Bergisch Gladbach. Menschen in schillernden Abendkleidern und Smokings genossen das „walking dinner“ von acht Chefköchen der „Althoff Hotels & Residences“ mit korrespondierenden Weinen im Erdgeschoss. Sie schwelgten im fürstlichen Ambiente des Grandhotels und verkosteten auf der Bel Etage ausgewählte Weine der für die WINE AWARDS nominierten Winzer.

Unter den Gästen befanden sich Prominente aus der Film- und Fernsehbranche wie Bettina Böttinger und Barbara Eligmann. Auch sie probierten und philosophierten über die Kunst der Genüsse, die sich in den großen Räumen offenbarte. Im Gourmetrestaurant „Vendôme“ konnten sich die Gäste, angeregt durch die Küche des Sternekochs Joachim Wissler“ wie Gott in Frankreich fühlen. Das Magazin „Der Feinschmecker“ verlieh ihm bereits den Titel „Koch des Jahres 2005“. Sein Können stellte er auch an diesem ereignisreichen Abend unter Beweis. Das Zusammentreffen der Meisterköche zauberte exquisite Genüsse wie „Parfait und getrüffeltes Gelee von Gänseleber mit Banyulschaum“, eine Kreation von Dieter Müller und Nils Henkel, die im Salon Goethe mit ihrem Team für kulinarische Gedichte sorgten.

Im Ballsaal verführte André Brauner mit „Strudel von Kalbsbäckchen mit Kräutersaitlingen und Mousseline von der Petersilienwurzel“. In diesem pompösen, in magentafarbenes Licht gehüllten Raum erlebte man mit allen Sinnen. Erlesener Wein umschmeichelte den Gaumen. Das Weingut Deutzerhof schenkte ein. Die Gläser füllten sich mit 2003er Heimersheimer Landskrone Spätburgunder Großes Gewächs 2003 Selection „Casper C.“ Der edle Tropfen schmiegte sich an das Glas. Im Anschluss spielte das Ballorchester „becker & becker“ im großen Saal zum Festball auf und die Menschen auf der Tanzfläche schmiegten sich aneinander. Andere Gäste knüpften Kontakte und unterhielten sich.

In der Kaminbar fanden sich überwiegend die Herren ein, um Zigarren von Heinrichs & Heinrichs sowie verschiedene Grappas und Obstbrände zu probieren. Die Damen wurden verlockt durch den Anblick des Salon Medici. Dort tischte Marcus Graun, Küchenchef im „Grandhotel Schoss Bensberg“ Dessertvariationen auf. Der Salon glich einem Paradies der tausend süßen Sünden. Frische, lippenrote Erdbeeren wurden in den Fluss des Schokoladenbrunnens getaucht. Pralinen versprachen einen krönenden Abschluss. Doch in dieser Nacht sollte es dabei nicht bleiben. Nicht kulinarisch und auch das Programm hatte noch mehr zu bieten. Der Himmel erleuchtete in allen vorstellbaren Farben. Das große Feuerwerk auf dem Vorplatz des Schoss Bensberg wurde um 23 Uhr entzündet. Wie Perlen zersprangen die Lichter in dieser sternenklaren Nacht. Was mit Perlen im Champagner beim Empfang in der Lobby am frühen Abend begonnen hatte, fand nun seine Vollendung. Um Mitternacht konnten die Gäste die Gelegenheit zu einem kleinen Imbiss nutzen. Eine Ballnacht neigt sich dem Ende.

Was bleibt ist die Erinnerung. Man nimmt einen besonderen Eindruck mit. Noch ein Blick zurück auf das Schloss imponiert den Betrachtern. Dessen Ausmaße haben bereits Johann Wolfgang von Goethe beeindruckt. Versaille und Winchester Castle sind die architektonischen Vorbilder des Schlosses gewesen. In Auftrag gegeben wurde es um die Zeit 1700 vom Düsseldorfer Kurfürsten Johann Wilhelm II., auch bekannt als Jan Wellem. Doch der Kurfürst starb bevor er die Räumlichkeiten und den Ausblick auf Köln genießen konnte. Das zum Teil unvollendete Gebäude wurde erst vor acht Jahren restauriert. Im August 2000 fand es durch die Kölner Althoff Hotels & Residences Gruppe seine Berufung. Im Schlosshotel Bensberg verbindet sich Luxus mit Moderne. Es gibt wohl keinen passenderen Ort um dem Wein zu huldigen.
(SMC)