25. Okt. 2021

Reisen

„Du lebst in so einer geilen Stadt – zeig sie den Leuten“, erklärt Stadtführerin Tamara Podesky ihre Motivation Einheimische und Besucher durch die niedersächsische Landeshauptstadt zu führen. Die Begeisterung für Hannover liegt bei den Podeskys in der Familie. Ihr heute 21-jähriger Sohn ist ebenfalls seit vier Jahren mit Gruppen unterwegs in der Stadt. Heute ist das von den Welfen geprägte und im zweiten Weltkrieg zu mehr als 90 % zerstörte Hannover eine moderne Metropole mit einer von Bars, Cafés und Restaurants geprägten Altstadt und mit einem Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Ein Aufenthalt in Hannover lohnt sich also nicht nur für Messebesucher, sondern auch für Touristen, die die vielseitige Stadt entdecken und in die lebhafte Metropole eintauchen möchten.

Wer sich Hannover auf klassische Weise nähern möchte, beginnt am Ernst-August-Platz am Hauptbahnhof. Dort steht ein Reiterstandbild von König Ernst August I., der den Anschluss seiner Stadt an das Bahnnetz immer abgelehnt hat aus Sorge seine Untertarnen könnten schneller Reisen als er selbst in seiner Pferdekutsche. Heute treffen die Hannoveraner sich an dieser Stelle „unterm Schwanz“ des Pferdes Ibrahim. Das Denkmal ist auch ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang in Eigenregie. Eine rote Markierung – „der Rote Faden“ genannt – führt über 4.200 Meter durch die Altstadt und an 36 interessanten Orten vom ältesten Bürgerhaus bis zum Schloss an der Leine vorbei. Auch darüber hinaus wird im öffentlichen Raum viel geboten. 200 Skulpturen, Plastiken und Installationen sind im Stadtbild verteilt.

Wer noch tiefer in die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten einsteigen möchte, macht eine Stadtführung. Bei den Touren durch die Stadt kommt man nicht nur zu den baulichen Sehenswürdigkeiten, sondern erfährt auch Hintergründe zum Leben in der Stadt. Ein Treppentheater in der Cumberlandschen Galerie? Ein über die Straße gespannter und nachts beleuchteter Kronleuchter? Oder Informationen zum aktuell laufenden Versuch den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren? Das sind nur drei der vielen Themen auf den Touren durch die Innenstadt. An deren Ende liegt mit dem in den 30er-Jahren angelegten Maschsee ein großes Naherholungsgebiet. Der künstlich angelegte See ist Treffpunkt für Spaziergänger und kann zu Fuß oder mit dem Ausflugsschiff umrundet werden.

Ein Stück außerhalb liegen die Herrenhäuser Gärten. Kurfürstin Sophie von der Pfalz ließ diesen barocken Garten Ende des 17. Jahrhunderts nach französischem Vorbild anlegen. Im großen Garten liegt eine von Niki de Saint Phalle gestaltete Grotte mit Skulpturen und Mosaiken. Springbrunnen und eine große Fontäne sorgen für eine besondere Atmosphäre. Ein goldenes Tor vor der Galerie und goldene Figuren rufen den Luxus in Erinnerung, in dem die Adeligen in der Vergangenheit lebten. Im benachbarten Berggarten und in den zugehörigen Schauhäusern wachsen rund 12.000 Pflanzenarten. Interessant sind neben der Gartenkunst an sich auch die wegen ihres Dufts ausgestellten Pflanzen, deren Blätter bei Berührung ganz unterschiedliche Duftstoffe abgeben.

Hannover ist eine Stadt der kurzen Wege. Durch einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr ist man auch ohne Auto schnell in der Stadt unterwegs. Als Stadt der Musik ist Hannover bekannt für die legendären Jazz-Clubs. Mit zahlreichen Geschäften und dem Nachtleben ist die 550.000-Einwohner-Stadt auch für die Umgebung ein gefragter Anziehungspunkt mit Kneipen, Bars und Restaurants für alle Geschmäcker. Und natürlich bietet die für ihre Messen international bekannte Stadt auch eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preisklassen wie das fußläufig vom Bahnhof gelegene Cityhotel am Thelenplatz. Es ist ein guter Ausgangspunkt auch für abendliche Entdeckungstouren.  

(SMC)