30. Nov. 2020

Reisen

Naturliebhaber, Badegäste und Kulturfreunde kommen in der Genussregion rund um den Bodensee vom Frühjahr bis in den Herbst gleichermaßen auf ihre Kosten. Am See – und mit Blick auf das Alpenpanorama kann man in der Kulturlandschaft zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz wechseln – und vielleicht sogar einen Ausflug nach Lichtenstein machen. Die Bodenseeregion begeistert nicht nur mit ihrem südlich-milden Flair, mit Weinbergen und Obstplantagen und vielen sehenswerten Orten, sondern auch mit einer Fülle von Kultur- und Freizeitangeboten. Die malerische Kulisse wird ergänzt um die regelmäßig ab Friedrichshafen über den Bodensee fliegenden Zeppeline.

Die Höri-Musiktage als Höhepunkt der Kultursaison

Ein ruhiger Ausgangspunkt, um die Bodenseeregion zu entdecken ist die Künstlerhalbinsel Höri. Das Gebiet zwischen Radolfzell und Stein am Rhein hat heute rund 10.000 Einwohner, darunter viele Künstler und Literaten. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten hier Schriftsteller wie Hermann Hesse. Nach 1933 zogen viele verfolgte Künstler in der Nähe der Schweizer Grenze und machten die Halbinsel so zu einem Ort der Kultur und der Freiheit. Auf der Halbinsel finden die Höri Musiktage mit Kammerkonzerten und anderen Kulturveranstaltungen statt. Im Sommer 2021 wird man das fünfjährige Jubiläum der Konzertreihe feiern, zu deren Austragungsorten der Kirchhof der Stiftskirche Öhningen gehört. In diesem Jahr waren viele der Konzerte ausverkauft, so auch die mit „Quadro Nuevo“. Begegnungen auf der Reise des Lebens inspirieren die Band zu ihrer Weltmusik, die mancher die europäische Antwort auf den argentinischen Tango nennt. Geboten wurde eine gelungene Mischung aus Balladen, Swing und Improvisationen.

Unterwegs mit der Gästekarte

Viele Hotels rund um den Bodensee sind an die regionalen Gästekarten angeschlossen. Neben anderen Vorteilen gelten diese als Fahrkarte für Bus und Bahn im jeweiligen Bereich des Bodensees. Wer sich ohne Auto auf den Weg zu interessanten Zielen machen möchte, spart sich durch die Auswahl eines entsprechenden Gastgebers die Tickets. Angeschlossen ist zum Beispiel das Hotel Seehof in Moos-Isnang, ein 1881 erstmals urkundlich erwähnter Familienbetrieb. Auch das Bodenseehotel Krone in Ludwigshafen an Bodensee beteiligt sich an diesem für die Gäste nützlichen System. Wer hier unterkommt, sollte zur passenden Jahreszeit auf jeden Fall die köstlichen Pfifferlingssuppen und -gerichte probieren.

Ein Wassersportrevier wie aus dem Bilderbuch

Bei warmem Wetter erfrischt ein Bad im See schon vor dem Frühstück. Ausgestattet mit Badehose und Handtuch findet man fast überall am Ufer ein ruhiges Plätzchen, von dem aus man eine erfrischende Runde im See drehen kann. Auch für Wassersport gibt es viele Möglichkeiten. Markus Bumiller (39) hat sein Segelboot im Hafen von Moos liegen. Er bietet Schnupper-Segeln an und zeigt seinen Gästen den Bodensee vom Wasser aus. Vom Liegeplatz 135 startet das Boot mit Motorkraft. Dann entscheidet der Wind, ob man unter Segeln weite Strecken zurücklegt oder eher gemächlich kreuzt. Wer mag kann das Boot auch als schwimmende Badeplattform nutzen und mitten im See in ins türkisfarbene Nass eintauchen. Ein anderes Wassersport-Erlebnis bietet die SUP-Station im Strandbad Hörni in Konstanz. Das größte Strandbad der Stadt ist frei zugänglich. Bei „SUP-Horn“ kann man sich ein Board und ein Paddel leihen und gleich mit dem Stand-up-Paddling beginnen. Das Board wird mit einer dünnen Sicherheitsleine am Unterschenkel befestig. Dann geht es ins Wasser. Wenn das Wasser ruhig ist, gelingt die Balance den meisten nach kurzer Übungszeit. Wer lieber entspannt, kann auf dem Board auch hervorragend sitzen oder liegen. Königsklasse ist jedoch im Stehen über den See zu gleiten und  mit ruhigem Paddeln Geschwindigkeit aufzunehmen. Ein fantastisches Bergpanorama ist inklusive.

Mit dem Segway am Bodenseeufer

Wer das Bodensee-Ufer erkunden möchte, kommt mit dem Segway schnell und entspannt voran. Christian Graeve bietet die Touren ab Immenstaad an. Er genießt es, seinen Gästen die Vielfalt – darunter auch bei Touristen nicht sehr bekannten Ecken - seiner Heimat zu zeigen. Nach einer kurzen Einweisung führt die Tour oberhalb des Sees durch kleine Orte, durch Obstplantagen und über ruhige Wege bis nach Meersburg. Auf dem Weg passiert man malerische Aussichtspunkte, Weiden mit Rindern, Pferden und Eseln und eine kleine Kirche, deren Türen Besuchern offen stehen. Von Meersburg führt die Strecke am Bodenseeufer zurück zum Ausgangspunkt. Hier ist es deutlich voller, doch nach den ersten Kilometern sind die meisten Gäste inzwischen so vertraut mit dem Segway, dass das kein Problem mehr ist und die Segways sich zwischen Radfahrern und Fußgängern harmonisch eingliedern. An interessanten Orten erklärt der Segway-Guide was es zu sehen gibt und welche Geschichten dahinter stecken. Dass Segway-Touren für Christian Graeve mehr als ein Beruf sind, merkt man, wenn man ihn von der Technik und ihren Möglichkeiten reden hört. Und auch in der Freizeit ist Graeve elektrisch unterwegs – und spielt mit seinen Freunden Segway-Polo. Auf der rund 20 km langen Strecke sind die Gäste rund 2,5 Stunden unterwegs und bekommen einen guten Eindruck von der Landschaft rund um den Bodensee.

Ein Weißwurstfrühstück an Bord

Vladimir Deinis befördert seine Gäste mit dem Fahrgastschiff „Großherzog Ludwig“ über den See. Bis zu 200 Passagiere kann das 30 Meter lange Schiff an Bord nehmen – und ist dann auf Rundkurs auf dem See unterwegs. Der Schifffahrtsbetrieb Deinis fährt z.B. von der Schiffsanlegestelle Sipplingen. Nach einer halben Stunde erreicht man Überlingen, hat dort eine halbe Stunde Aufenthalt, die man für einen schnellen Rundgang durch die charmante Stadt oder einen Spaziergang am Ufer nutzen kann, und geht dann wieder an Bord. Wer es besonders bayerisch mag, bucht das Weißwurstfrühstück und genießt Weißwurst und Brezel während einen das Bodensee-Panorama begeistert.

(SMC)