17. Aug. 2026

Reisen

Im Nordwesten Italiens, wo die majestätischen Alpen sanft in die mediterran angehauchten Hügelzüge des Piemonts und der Lombardei übergehen, ist der Lago Maggiore mit den Borromäischen Inseln für viele Urlauber ein Sehnsuchtsort. Mondäne Promenaden, geschichtsträchtige Grandhotels und der barocke Prunk auf der Isola Bella prägen den Charakter dieser Destination. Der Ortasee hingegen gilt bis heute als Geheimtipp. Einst war die pittoreske Klosterinsel San Giulio ein Ort für Pilger.

Vom Lago Maggiore zum Ortasee

Die Reise beginnt für die meisten Gäste am Mailänder Flughafen. Von dort aus chauffiert das Taxi die Gäste in nur einer Stunde direkt ins Herz des mondänen Lebens nach Stresa am Westufer des Lago Maggiore. Hier verschmilzt das azurblaue Wasser des Sees mit der Kulisse der Alpen. Der charmante Kurort gilt zu Recht als die Perle der Region und versprüht bis heute den nostalgischen, exklusiven Esprit der Belle Époque. Entlang der eleganten Uferpromenade reihen sich legendäre Luxushotels und üppige Parkanlagen aneinander. Das eigentliche Juwel Stresas zeigt sich jedoch auf dem glitzernden Wasser. Nur wenige Bootsminuten vom Anleger entfernt locken die Borromäischen Inseln. Während die Isola Bella mit royalem Pomp und terrassierten Gärten glänzt, hat die Isola dei Pescatori mit dem Charme eines historischen Fischerdorfs.

Isola Bella: Eine Insel im Besitz des Adels

Im 17. Jahrhundert verwandelte die Adelsfamilie Borromeo einen kargen Felsen in ein barockes Gesamtkunstwerk. Das pompöse Prunkstück der Insel ist der Palazzo Borromeo, ein majestätischer Palast, der seine Besucher mit opulenten Festsälen, Kunstschätzen und geheimnisvollen, mit Muscheln und Kieselsteinen verzierten Grotten verzaubert. Ein absolutes Must-see sind die terrassenförmig angelegten Barockgärten, die von antiken Statuen und plätschernden Brunnen geschmückt werden. Zwischen duftenden Zitrusbäumen und stolzierenden weißen Pfauen genießt man von der obersten Aussichtsplattform einen Panorama-Blick über den See. Direkt gegenüber dem Anlegesteg laden stilvolle Locations wie das Ristorante Elvezia zum Verweilen ein. Auf dessen weinberankter Panoramaterrasse kann man regionale Spezialitäten genießen. Besonders die raffinierten Vorspeisen sind das perfekte Entrée für einen Besuch der Insel. Wer danach Abkühlung sucht, findet direkt hinter dem Palazzo einen von alten Bäumen schattierten Privatstrand.

Isola dei Pescatori: Die Fischerinsel

Die Isola dei Pescatori ist das authentische Gegenstück zum fürstlichen Prunk und die einzige der Inseln, die seit Jahrhunderten durchgehend bewohnt ist. Ein charmantes Labyrinth aus engen Kopfsteinpflastergassen, dicht aneinandergeschmiegten Häusern mit charakteristischen Holzbalkonen, auf denen einst die Netze trockneten, und die Silhouette der Kirche San Vittore prägen die Kulisse. Während tagsüber Tagestouristen durch Kunsthandwerksläden stöbern, legt sich am Abend eine exklusive Ruhe über die Insel. Nur wer, wie die rund 25 Einheimischen, hier die Nacht verbringt, erlebt den wahren Luxus: Wenn der Duft von fangfrischem Fisch aus den gemütlichen Trattorien zieht und man bei einem erstklassigen Glas Wein den Blick über den nächtlich illuminierten Lago Maggiore schweifen lässt.

Insel San Giulio: Eine Klosterinsel in einem besonderen See

Das spirituelle und optische Herz des Ortasees ist die Insel San Giulio, die man mit dem Wassertaxi erreicht. Ein ehemaliger Bischofspalast beherbergt hier heute ein Benediktinerinnen-Kloster, in dem rund siebzig Nonnen leben. Als eine der ganz wenigen Gemeinschaften hat der Orden keinen Nachwuchsmangel. Ein pittoresker, rund 300 Meter langer Rundweg führt einmal komplett rund um das Eiland, vorbei an verwunschenen Gärten, dem Kloster und der historischen Inselkirche. Dieser „Weg der Stille“ ist eine Einladung zur inneren Einkehr und Meditation. Beim Blick auf das kristallklare, schimmernde Wasser ahnt niemand, dass der See ab den 1930er- Jahren durch Industrieabwässer biologisch nahezu tot war. In einem Öko-Pionierprojekt versprühten Wissenschaftler schließlich tausende Tonnen feinsten Marmorstaub, um den pH-Wert zu neutralisieren. Heute ist der See sauber und klar und auch wieder zum Baden und Fischen freigegeben. Nach dem Insel-Ausflug kann man rund um den Ort Orta San Giulio zwanzig Kapellen entdecken. Kulinarischer Hochgenuss, mondäner Lifestyle und spirituelle Momente liegen an diesen beiden Seen so nah beieinander wie nirgendwo sonst.

(SMC)