29. Mai. 2024

Reisen

Der Zauber der Insel

Spätestens mit dem ersten Losruckeln der Inselbahn beginnt für die Besucher der Nordseeinsel Wangerooge Ruhe und Entspannung einzukehren. Die einzige Schmalspurbahn der Deutschen Bahn schlängelt sich gemütlich vom Fähranleger durch Heide und Salzwiesen, vorbei an Dünen und Deichen. Flinke Schwalben umkreisen die Bahn und die Blicke der Urlauber fallen auf die zahlreichen Vögel des Wattenmeeres und die unbeschreibliche Weite der Insel. Ein Lächeln macht sich auf den Gesichtern der Gäste breit und die Vorfreude auf den Urlaub steigt. Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt bis ins Inseldorf. Mit weniger als acht Quadratkilometern ist Wangerooge nach Baltrum die zweitkleinste ostfriesische Insel. Kilometerlanger weißer Sandstrand im Norden - und im Süden das Wattenmeer. Das charakterisiert die bodenständige und autofreie Insel. Sie ist nicht nur für Familien, sondern auch für Aktivurlauber und Erholungsuchende ein vielseitiges Reiseziel. 

Unterwegs mit dem Rad

Das Inseldorf bildet das Herz der Insel. Hier treffen Kultur, Gastronomie und Shopping aufeinander. Fast alle Unterkünfte von Wangerooge liegen unmittelbar im Inseldorf. Der Meerblick ist daher oft inklusive. Bis zum feinen Sandstrand, der sich kilometerweit erstreckt, ist man nur wenige Minuten unterwegs. Wer sich in kurzer Zeit einen Überblick über die vielseitige Insel verschaffen möchte, kann sich ein Fahrrad ausleihen und auf eigene Faust losfahren oder eine organisierte Radtour zu den Highlights mitmachen. Ab dem Nationalparkhaus werden verschiedene Radtouren wie zum Beispiel eine zweistündige Tour in den Westen der Insel angeboten. „Auf Wangerooge gibt es das größte Besenheidegebiet der ostfriesischen Inseln. Es erstreckt sich vom Inseldorf bis zur Saline,“ erzählt Stephanie Lobe vom Nationalparkhaus. Während der Radtour erklärt sie die Besonderheiten der Natur auf der Insel. Im Sommer blüht die Heide in zarten Violett-Tönen. Weiter geht es entlang der Dünen, zum neuen Leuchtturm bis hin zum Westturm, der heute als Jugendherberge genutzt wird.

Vielseitiger Aktivurlaub

An Land und im Wasser bietet die Insel vielseitige Möglichkeiten aktiv Urlaub zu machen. Dafür sorgen auch Sportanimateur Marc Steffen und sein Team, die Indoor und am Strand ganzjährig Schwung in den Tag der Gäste bringen. Das Angebot reicht von Strand- und Rückengymnastik über Nordic Walking bis zu Zumba. Wer im Wasser aktiv sein möchte, findet bei der Surfschule ein breites Angebot. Stand-up-Paddling und Kajak-Fahren aber auch Wind- und Kitesurfen sowie Segeln stehen auf dem Programm. In Strandnähe können sich Anfänger bei Schnupperkursen sicher und wohlfühlen, während es erfahrene Gäste auf die offene Nordsee zieht.

Veranstaltungen: Immer etwas los

Auch das Kulturprogramm der Insel hat einiges zu bieten. Konzerte im Park sprechen musikalische Urlauber an. Bei einer Führung durch die Sternwarte kann man das Universum entdecken. Bei einer der langen Shopping-Nächte kann man auch in den Abendstunden einkaufen und sich zum Ausklang des Tages in aller Ruhe umschauen. Das ganze Jahr über schaffen besondere Events zusätzliche Anlässe, nach Wangerooge zu kommen. Friesen-Woodstock nennt sich der musikalische Jahresauftakt rund um Himmelfahrt. Im Sommer lockt das Wangerooger Drachenfest die Blicke auf den Strandhimmel. Und im Herbst kann man bei den Zugvogeltagen die zu Millionen im Wattenmeer rastenden Zugvögel auf ihrem Weg in den Süden beobachten.

Dem Meer ganz nah

Dass das Meer heilende Wirkung entfalten kann, ist schon lange bekannt. Selbst erleben kann man das beim Spazieren oder Joggen an der Wasserkante, beim in die Wellen Hüpfen, beim Flanieren auf der Promenade oder beim Mußetun im Strandkorb. Überall spürt man den Wind und die salzige Luft auf der Haut. Wer das gesunde Reizklima an der Nordsee erleben möchte, findet verschiedene Routen und Therapiewege rund um das Thema des Meeres. Auch kulinarisch gibt es ein vielseitiges Angebot. Zu den Spezialitäten der Insel gehören nicht nur klassische Fischbrötchen, sondern auch schmackhafter Sanddornkuchen. Bei der Teezeremonie übergießt man „Kluntje“ mit ostfriesischem Tee. Der Kandiszucker knackt herrlich, während er sich im heißen Tee auflöst. Anschließend kann man zuschauen, wie aus Sahne kleine Wölkchen im Tee entstehen.

Herzmuscheln und Wattwurm auf der Spur

Jeden Tag verändern sich durch die Gezeiten sowohl der Strand als auch das Wattenmeer-Panorama.  Bei einer geführten Wattwanderung lernt man das Weltnaturerbe Wattenmeer kennen. Vom Frühling bis zum Herbst kommt man bei der Wattwanderung in 1,5 Stunden der faszinierenden Welt des Wattenmeers ganz nah. Über 10.000 Tier- und Pflanzenarten gibt es im Wattenmeer. Ausgestattet mit einer Grabegabel kann Wattführerin Stephanie Lobe den Gästen alle paar Meter etwas Neues zeigen. Auf dem welligen Boden entdeckt sie Meersalat, Strandkrabben, Miesmuscheln und Co.. „Wenn man in die Pfützen tritt und etwas Kleines an den Füßen kitzeln spürt, dann handelt es sich meist um Garnelen“, führt sie aus. Gespannt warten die Gäste darauf, den wohl berühmtesten Wattbewohner zu entdecken. Den Wattwurm findet man durch die Sandspaghetti-Häufchen. Er ernährt sich von den im Sand enthaltenen Nährstoffen und scheidet den Sand wieder aus. Übrig bleibt feiner Wattboden, der die Lebensgrundlage für viele weitere Lebewesen ist. Eine interaktive Ausstellung über die Insel, das Wattenmeer und auch ihre besondere Bedeutung für den internationalen Vogelzug zeigt das Nationalpark-Haus. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Naturinteressierte, denn vor dem Haus ist ein großes Pottwal-Skelett, das vor einigen Jahren angeschwemmt wurde, zu sehen.

Den Alltag loslassen

Für viele Menschen ist ein entspannter Urlaub am Meer ein wertvolles Kontrastprogramm zum Alltag. Bei Spaziergängen, Fahrradtouren und entspannten Momenten kann man in die Ferne blicken, das Rauschen des Meeres hören und sich zumindest auf Zeit vom hektischen Alltag verabschieden. Wer zwischendurch Wassersport ausprobieren möchte, findet auf Wangerooge interessante Angebote. Und auch Genussmenschen werden sich auf der Insel wohlfühlen, denn es gibt eine ganze Reihe guter Restaurants und Cafés, in denen man sich nicht nur die regionalen Spezialitäten schmecken lassen kann.

(SMC)