21. Jan. 2019

Reisen

Rund um den Martinstag haben die Backstuben Hochkonjunktur. Doch verkauft werden die süßen Köstlichkeiten rund um Posen das ganze Jahr über. Direkt am historischen Marktplatz der Universitätsstadt Posen liegt das Rogalowe-Museum. In dem historischen Gebäude im Renaissance-Stil wird in einer unterhaltsamen Show gezeigt, wie die regionalen Köstlichkeiten gebacken werden. Freiwillige aus dem Publikum werden dafür mit Küchenschürzen ausgestattet und können bei einzelnen Arbeitsschritten helfen. Der Raum ist gut gefüllt mit Besuchern aus aller Welt – von Amerika über Europa bis nach Asien. Alle sind gespannt, die Geschichte hinter den Hörnchen, die nur in Posen und Umgebung gebacken werden dürfen, zu erfahren. Jan und Maciej gehören zum Team des Museums. Bei ihrer einstündigen Backshow wird erzählt, präsentiert und gescherzt. Dabei wird der Teig mit großen Nudelhölzern gewalzt, mit Fäusten geschlagen und schließlich gerollt. Auch das Geheimnis der süßen Füllung wird verraten. Neben dem Backen an sich geht es auch um die regionale Sprache, um die Geschichte der Stadt und um ihre Kultur. Ganz am Ende werden die Martinshörnchen, von denen pro Jahr 2,5 Millionen über die Ladentheken gehen, natürlich auch probiert.

Vom Museum aus sieht man eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Das Rathaus wurde im 16. Jahrhundert vom italienischen Architekten Giovanni Battista di Quadro entworfen. Wer das Museum in seinem Inneren besucht, kann auch die Große Halle im Renaissance-Stil besuchen. Eine Besonderheit gibt es jeden Mittag um 12 Uhr. Dann erscheinen zwei blecherne Ziegenböcke an der Rathausfassade und stoßen ihre Köpfe zwölfmal gegeneinander. Ebenso sehenswert wie das Rathaus ist der Dom der Stadt Posen. Epitaphe aus dem 15. und 16. Jahrhundert, ein gotischer Hauptaltar und eine geschichtsträchtige Krypta machen den ein kleines Stück außerhalb gelegenen Dom so sehenswert. Kunstliebhaber kommen am Kunstmuseum „Muzeum Narodowe w Poznaniu“ nicht vorbei. In mehreren Ausstellungen sind Gemälde und Skulpturen zu sehen.

Auch schon hundert Jahre alt ist das Palmenhaus der Stadt. Im Park Wilsona stehen neun miteinander verbundene Pavillons, die Platz bieten für mehr als tausend tropische Pflanzenarten. Daneben sind im größtem Pflanzenhaus Polens tropische Fische und eine hinter Glas lebende Kolonie mit Blattschneiderameisen zu sehen. Noch mehr Tiere gibt es im neuen Zoo. Auf rund 120 ha sind rund 2.000 Tiere zu sehen. Der Zoo legt unter seiner neuen Direktorin besonders viel Wert auf den Tierschutz und setzt sich aktiv dafür ein, dass auch große Tiere artgerecht gehalten werden. So hat man Platz für Braunbären, die in manchen Zirkussen schlechte Lebensbedingungen vorfinden. Gezeigt werden auch andere Großtiere wie Löwen, Tiger und Elefanten. Wer das weitläufige Gelände zu Fuß – oder mit der Besucherbahn – erkundet, stößt auf moderne, sehr schön gestaltete Gehege und nur noch wenige alte Bereiche, wie ein einst von den Zooangestellten selbst gebautes Haus, in dem nachtaktive Tiere zu sehen sind. Der Zoo hat je nach Wochentag und Saison unterschiedliche Preise, sodass man bei der Planung des Besuchs den besten Tag auswählen kann. Doch nicht nur große Tiere haben einen Platz im Zoo von Posen. Auch Kleintiere wie Erdmännchen, Affen und Störche können die Besucher entdecken.

Einen interessanten Tag in Posen kann man auf verschiedene Weise ausklingen lassen. Während die einen eines der zahlreichen kleinen Restaurants am Marktplatz oder in der Altstadt besuchen und zum Beispiel eine heiße Schokolade oder einen gefüllten Pfannkuchen genießen, machen sich andere auf den Weg in das Thermalbad am nördlichen Ufer des Maltasees. Neben 14 Saunen bietet das Wellnessbad Becken mit Thermalwasser und verschiedene Rutschen, an denen auch erwachsene Besucher Spaß haben. Schön gestaltet ist auch der große Außenbereich des Bades. Für viele Attraktionen lohnt sich der Kauf der Posener City-Card. Die Touristeninformation verkauft die Karte – mit oder ohne freie Fahrt mit Bussen und Bahnen – für einen, zwei oder drei Tage. Die Karte gewährt bei manchen Sehenswürdigkeiten freien Eintritt, bei anderen gibt es lediglich einen Rabatt. Wer mit der Kreditkarte in Posen bezahlt, muss auf eines achten. Bei jeder Abbuchung wird man gefragt, ob man eine Abbuchung in Euro oder in Złoty wünscht. Der Tastendruck auf Euro ist in den meisten Fällen eine schlechte und teure Wahl, da der Umrechnungskurs bei der Bezahlung in Euro fast jeden Kauf deutlich teurer macht.

In der Stadt Posen gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten vom günstigen Hostel bis zum Luxushotel. Zwischen Bahnhof und Innenstadt liegt in einer Geschäftsstraße das NH Hotel. Die Lage ist vorteilhaft, da man nach einem Abendspaziergang oder dem Eintauchen in das Nachtleben der Universitätsstadt ohne einen Blick auf den Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel schnell wieder zurück zum Hotel kommt. Neben den aufgeräumten Zimmern und dem freundlichen Service an der Rezeption sprechen auch die langen Frühstückszeiten für das NH Hotel.

(ck)