14. Jul. 2024

Reisen

Ein Kurzurlaub im Allgäu bietet die Möglichkeit, den Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen, in der Natur neue Kraft zu tanken und die malerische Landschaft auf ganz unterschiedliche Weise für sich zu entdecken. Mit dem luxuriösen Alpzitt Chalet-Dorf ist der beschauliche Ort Burgberg ein hervorragender Ausgangspunkt für einen stil- und genussvollen Urlaub, der wahlweise mit Wanderungen auf den Wegen der Allgäuer Wandertrilogie, mit der Entdeckung der Geschichte der Region oder mit sportlichen Natur-Abenteuern auf der Iller oder in der Starzlachklamm verbunden werden kann.

Der Wächter des Allgäus

Schon aus der Ferne ist er zu erkennen – der Grünten. Der erste höhere Berg im Alpenvorland trägt den Spitznamen „Wächter des Allgäus“. Die Lage direkt an diesem Berg hat die Geschichte der Region schon oft beeinflusst. In seinen Hängen liegen Eisenerzvorkommen, die seit dem Mittelalter abgebaut wurden und Wohlstand in die Region brachten. Heike Schmidt begleitet die Gäste bei einer Führung durch das Museumsdorf, in dem die Geschichte des Erzabbaus am Grünten erklärt wird. Themenhütten zu Geologie, Bergbau und Schmiedetechnik, sowie ein Freigelände mit Kohlenmeiler, Hochofen und Schauschmiede kann man sich anschauen. Dabei erfährt man auch, dass der hohe Holz(kohle)bedarf der Schmieden und Schmelzen zur Entwaldung geführt hat und schon 1575 eine Holzordnung für die Region beschlossen wurde. Für die Verarbeitung von einem Kilogramm Eisen wurden damals hundert Kilogramm Holz gebraucht.

Eine Tour in die Erzgruben

Während das für die Region typische Allgäuer Braunvieh an den Hängen des Grünten auf den Weiden steht und der Klang der Schellen der Tiere, überall in der Luft liegt, beginnt Heike Schmidt die geführte Tour zu den Erzgruben. Schon im Jahr 1600 wurde der Andreas Tagebau erschlossen, in dem die Knappen das meist nur gut einen Meter breite, senkrecht im Kalkstein liegende Erzflöz abbauten. Unterhalb der von der Oberfläche zugänglichen Abbaustellen wurden deshalb in mühevoller Handarbeit Tunnel in den Felsen geschlagen, um das wertvolle Erz abzubauen. Mit der rund um das Jahr 1730 erschlossenen Anna-Grube und der Theresien-Grube aus dem Jahr 1820 können zwei der alten Stollen besichtigt werden.  Ausgestattet mit Schutzhelmen geht es durch den für die Besucher vertieften Stollen in den Berg, in dem die Knappen einst auf eigene Rechnung und Gefahr mit Hammer und Meißel und später mit Schwarzpulver ihrer Arbeit nachgingen. Temperaturen von 8-10 Grad und die Feuchtigkeit der unterirdischen Welt machten die Arbeit der Bergleute gefährlich. Bei der Führung kann man nicht nur in die unterirdische Welt, sondern auch in die Geschichte der Region und der Menschen eintauchen. Hundeliebhaber können anschließend noch im „Knappenhock“ direkt am Museumsdorf einkehren und den Ausblick von der Sonnenterrasse genießen.

Mit dem Raft auf die Iller

Beim Canadier-Rafting auf der Iller kann man auf entspannte Weise die Natur an sich vorbeiziehen lassen. Fabian Gromer (33) vom Outdoor-Anbieter „Canyonauten“ stattet seine Gäste mit Paddeln und Neoprenanzügen aus und fährt die Boote flussaufwärts nach Fischen. Nach einer kurzen Einweisung geht es dann ins erfrischend kalte Wasser. Schwalben jagen über den Fluss. Enten suchen im Uferbereich nach Futter. Das Bergpanorama sorgt für eine eindrucksvolle Kulisse. Die mit zwei, drei oder vier Gästen besetzten Boote lassen sich gut steuern. Ganz aus der Nähe entdecken wir einen Biber am Ufer. Und es bleibt sogar noch Zeit, um kurz vor der Ausstiegsstelle am Sportplatz Blaichach an einer strömungsreichen Stelle gemeinsam in der Iller schwimmen zu gehen.

Naturerlebnis in der Starzlachklamm

Der wohl schönste Wanderweg vom Museumsdorf zurück nach Burgberg führt durch die Starzlachklamm. Über Jahrtausende hat das Wasser der Starzlach sich immer tiefer in die Felsen eingeschnitten, sodass die Klamm nur über in den Fels gehauene Stufen und metallene Stege zugänglich ist. Wasserfälle, schroffe Felsformationen und die besondere Vegetation in der engen Klamm machen schon die Wanderung zu einem Erlebnis. „Hinkommen, wo sonst keiner mehr hinkommt“, ist ein besonderer Reiz für Tanja Ullermann. Die 32-jährige arbeitet für den Outdoor-Anbieter „Canyonauten“ als Canyoning-Guide und führt die Gäste in kleinen Gruppen durch die Starzlach-Klamm. Das Abenteuer nach dem Anziehen der Neopren-Anzüge mit einer rund 20-minütigen Wanderung die Klamm hinauf. Nach dem sportlichen Aufstieg bietet das kühle Wasser des Gebirgsbaches eine willkommene Abkühlung. Auch hier steht die Sicherheit im Mittelpunkt – der Sturzhelm ist genauso obligatorisch wie ein Gürtel mit Karabinerhaken zum Anseilen. Der Weg bergab durch die Klamm ist ein echtes Abenteuer. Mehrere Meter tief seilt Tanja uns durch einen Wasserfall ab. Sprünge ins kühle Nass und kleine Schwimmstrecken sorgen immer wieder für Abkühlung. So erleben wir die Klamm aus einer besonderen Perspektive und sind sichtlich stolz als wir zum Ende der Tour durch die rund 17 Meter langen Schleierfälle am Eingang der Klamm wie über eine riesige Rutsche ins Wasser gleiten.

Kleine Wanderungen in der Umgebung

In der Tourist-Info Burgberg bekommen Gäste des Ortes Tipps für kleine und größere Wanderungen. Ein kurzer Weg führt zur Burgruine oberhalb des Ortes. Über Jahrzehnte von Bäumen überwuchert, sind die erhaltenen Mauern der Burg nun wieder gut sichtbar. Die Baumstümpfe wurden von Holzschnitzern in kleine Kunstwerke verwandelt. Das Panorama über den Ort und die Landschaft ist sehenswert. Etwas weiter ist der Burgberger Familien Wanderweg. Er beginnt an der NaturErlebnisStation am Steinbruch und führt bis zum Waldspielplatz Holzerpfad. Damit verbindet der Rundweg eines der hundert schönsten Geotope in Bayern mit Geschicklichkeitsparcours, Wanderweg und schönen Holzskulpturen. Gleich zu Beginn des Weges wurde ein Baumstamm in ein hölzernes Krokodil verwandelt.  Die 2,5 km kann man in rund einer Stunde zurücklegen – oder sich viel Zeit lassen für Denkmäler, Aussichtspunkt und Abenteuerspielplatz.

Ein Chalet-Dorf mit exklusivem Charme

Als Karl Hirnbein 1852 mit dem bis heute als Wanderhütte geöffneten Grüntenhaus das erste Hotel der Region eröffnete, hätte er sich wohl kaum träumen lassen, wie wichtig der Tourismus für die Region einst werden würde. Als das familiäre Sägewerk im Herzen von Burgberg aufgegeben werden müsste, eröffneten Sonja und Albert Gilb das Chaletdorf „Alpzitt“. Die selbst im Dorf aufgewachsenen Gastgeber haben für ihre Gäste eine Dorfidylle nachgebaut, in der diese den Alltag hinter sich lassen und entspannen können. Ausgestattet sind die mit viel altem Holz gebauten Chalets – und die ebenfalls exklusiven Ferienwohnungen – mit allem Komfort, den man sich für eine Luxusunterkunft wünschen kann. Eine eigene Sauna gehört jeweils dazu – und auch eine vollständig ausgestattete Küche. Im Chalet kann man nicht nur den Kamin im Wohnzimmer selbst mit bereitgestelltem Brennholz befeuern, sondern auch den Badezuber auf der Terrasse mit einem Holzfeuer aufheizen. Sich Zeit zu nehmen für solche Dinge wird so zu einer fast schon meditativen Entspannung.

Ein Urlaub mit viel Komfort

Dass im „Alpzitt“ jeweils am Morgen ein individuell nach den Wünschen der Gäste zusammengestellter Frühstückskorb gebracht wird, gehört genauso zum Konzept wie die Möglichkeit, sich am Abend vom hauseigenen Restaurant im eigenen Chalet beliefern zu lassen – oder dort zum Abendessen einzukehren. „Dass man sich im Urlaub an einen gedeckten Tisch setzen kann, gehört für mich einfach dazu“, erklärt Sonja Gilb ihr mit den Jahren seit der Eröffnung 2018 gewachsenes Konzept. So gibt es inzwischen auch einen kleinen Spa-Bereich – und im Zuge der nächsten Erweiterung rund um den ehemaligen Mühlenteich, auf dem heute wilde Schwäne ihre Heimat gefunden haben, wird auch ein überdachter Pool dazu kommen. „Wir sind in der Heimat verwurzelt. Das ist uns viel wert“, erzähl Sonja Gilb. Wie zur Bestätigung läuft eines der 12 freilebenden Hühner über die Terrasse. Im Hintergrund sind Ziegen zu hören – und aus der Umgebung trägt der Wind das Geräusch der Kuhschellen herüber.

Burgberg hat viel zu bieten

Burgberg ist ein guter Ausgangspunkt, um das Allgäu zu entdecken und die Seele baumeln zu lassen. Ob im exklusiven „Alpzitt“-Chaletdorf, bei den Outdoor-Abenteuern in der Starzlachklamm oder auf der Iller oder bei der Entdeckung der Burg- und Bergbaugeschichte: Hier kann man den Urlaub nach den eigenen Wünschen gestalten oder sich einfach Zeit für sich selbst nehmen. In der örtlichen Gastronomie wie den Stuben Burgberg kann man regionale Spezialitäten genießen. Das gut ausgeschilderte Wegenetz, so auch die Wege der Wandertrilogie Allgäu, macht es möglich, die Region ganz individuell zu entdecken.

(SMC)