17. Jul. 2026

Reisen

Eine Zugfahrt, die fast acht Stunden dauert und dabei kaum vorankommt? Was nach einem Albtraum für Pendler klingt, ist in Wahrheit eine der exklusivsten Reisen der Welt. Der berühmte Glacier Express verbindet die beiden mondänen Schweizer Hotspots Zermatt und St. Moritz. Auf seiner spektakulären Route vom Fuß des majestätischen Matterhorns bis hin zu den glitzernden Engadiner Seen überwindet der Panoramazug 291 Brücken und 91 Tunnel. Wer diese Reise nicht nur erleben, sondern zelebrieren möchte, bucht ein Ticket in der edlen Excellence Class. Sie definiert das Reisen auf Schienen in Sachen Komfort, Service und Kulinarik völlig neu.

Startbahnhof im ewigen Eis

Punkt 08:45 Uhr am Bahnhof von Zermatt. Nach einem entspannten Frühstück in einem der Hotels des autofreien Bergdorfs finden sich die Reisenden am Gleis ein. Ein spontanes Zusteigen ist nicht möglich. Neben der Fahrkarte ist eine Reservierung für den Panoramazug obligatorisch. In der Königsklasse des Zuges, die erst im Winter 2019 ins Leben gerufen wurde, sind die Plätze streng limitiert. Gerade einmal 20 Passagiere finden hier Platz und das ausschließlich für die gesamte Strecke bis nach St. Moritz. Während in der ersten und zweiten Klasse auch kurze Teilstrecken gebucht werden können, bleibt das exklusive Erlebnis in der Excellence Class bewusst ungestört.

Fünf-Sterne-Komfort auf Schienen

Das First-Class-Gefühl beginnt bereits auf dem Bahnsteig. Hier werden die Reisenden von Concierge Omar Sabri Ayats und seinem Team an einem eigenen Welcome Desk in Empfang genommen. Das Gepäck wird verstaut und der Weg in den exklusiven Waggon gewiesen. Dessen Interieur erinnert an das Design nobler alpiner Grandhotels und greift farblich die Töne der vorbeiziehenden Natur auf. Wo in der zweiten Klasse rund 80 Passagiere sitzen, teilen sich hier nur 20 Gäste den Raum. Jeder sitzt in einem elektrisch verstellbaren Lounge-Sessel und genießt einen garantierten Fensterplatz, wobei sich jeweils zwei Personen an einem Tisch gegenübersitzen. Die Plätze sind mit Steckdosen – auch für deutsche Stecker – sowie einem Tablet ausgestattet. Letzteres dient dank der mitgelieferten Kopfhörer als digitaler Reiseführer. Das bordeigene WLAN sorgt zudem für eine stabile Internetverbindung mitten in den Alpen.

First-Class-Service im Waggon

Zur Begrüßung wird Champagner gereicht, begleitet von einer feinen Apéro-Platte mit Tartar- und Käse-Tartelettes sowie einer Nussmischung. Es ist der kulinarische Vorgeschmack auf ein regionales und saisonales 5-Gang-Menü, das frisch an Bord zubereitet wird. Während der Zug mit gemütlichen 40 km/h durch die Landschaft gleitet, erklärt der Concierge die Funktionen des Sitzes, führt in das Infotainment-System ein und verrät, welche Drinks an der Glacier Bar am Ende des Waggons gemixt werden.

Kultur und Natur im Vorbeifliegen

Schon zehn Minuten nach der Abfahrt zieht oberhalb des Dorfes Randa der mächtige Bisgletscher die Blicke auf sich. Wenig später schlängelt sich der Zug bei Kalpetran durch die wilde Kipfenschlucht, die sich die Schienen direkt mit dem reißenden Fluss Vispa teilen. Vorbei an der historischen Ritibrücke aus dem 15. Jahrhundert geht es Richtung Brig. Auf dem Weg dorthin passiert der Express das Dorf Visperterminen mit dem höchsten Weinberg Europas. Der dort gekelterte Heida-Wein steht auch auf der Weinkarte des Zuges. Nach einem kurzen Stopp in Brig zeigt sich das prachtvolle Stockalperschloss aus dem 17. Jahrhundert mit seinen markanten Zwiebeltürmen. Die Reise führt weiter durch das idyllische Hochtal Goms, ein Ort für Wanderer und Langläufer. Nur wer auf sein Tablet schaut, bemerkt kurz vor Andermatt das winzige Zumdorf, das kleinste Dorf der Schweiz, in dem lediglich eine einzige Familie lebt.

Das Fine-Dining-Erlebnis

Unterdessen nimmt das Menü an Bord an Fahrt auf. Es folgt geräucherte Forelle, kombiniert mit im Ofen gerösteter Roter Beete, Apfel und einem Meerrettich-Frischkäse. Der nächste Gang ist eine direkt am Tisch aufgegossene Erbsen-Minze-Supe, garniert mit getrockneten Alpenblüten. Als Hauptgang wird ein zartes Rindsfilet mit Trüffel-Kartoffelpüree, Karotten und einer feinen Bergkräutersauce serviert. Später am Tag folgt eine erlesene Käseplatte mit Viamala-Käse, Bündner Bergkäse, Aletsch-Hobelkäse und Bio-Schafskäse aus Langwies, verfeinert mit einem Tomaten-Aprikosen-Chutney und dazu traditionelles Birnenbrot. Den süßen Abschluss bildet ein warmer Schokoladenkuchen mit Vanillesauce und gerösteten Mandeln. Zu jedem Gang kredenzt das Team den passenden Wein. Auch für alkoholfreie Alternativen ist gesorgt, von edlen ZERO'SI Schaumweinen bis hin zu frisch gemixten Mocktails.

Meisterwerke alter Ingenieurskunst

Hinter Andermatt wird die Strecke zu einem Meisterwerk der Ingenieurskunst. Mussten schon zuvor auf steilen Abschnitten Zahnräder in den Gleisen aushelfen, fordert dieser Teil den Schienenbauern des frühen 20. Jahrhunderts alles ab. Mit 2.033 Höhenmetern markiert der Oberalppass den höchsten Punkt der Reise. Im Sommer blühen hier alpine Wiesen rund um den Bergsee. Unweit davon befindet sich die Quelle des Rheins, die mit einem rot-weißen Leuchtturm markiert ist. Er ist die Kopie eines etwas größeren aber sonst identischen Leuchtturms, der einst an der Rheinmündung in die Nordsee stand. Aus der Ferne grüßt zudem die monumentale, über 1.400 Jahre alte Benediktinerabtei Disentis.

Auf den Spuren des Weltkulturerbes

Ein weiteres landschaftliches Juwel ist die Rheinschlucht zwischen Reichenau und Ilanz, die auch als „Grand Canyon der Schweiz“ bekannt ist. Nach einem kurzen Abstecher in die Alpenstadt Chur folgt die Fahrt auf der Albulalinie nach St. Moritz, die seit 2008 zum UNESCO-Welterbe zählt. Auf einer Strecke von nur rund 61 Kilometern ballen sich 42 Tunnel und 144 Brücken. Spektakulär sind das 85 Meter hohe Soliser Viadukt und das Landwasserviadukt, das in einer eleganten Kurve direkt in einer Felswand verschwindet. Zwischen Preda und Bergün fährt der Zug durch Spiraltunnel und über sechs Viadukte, um über 400 Höhenmeter zu überwinden. Der exklusive Ausflug endet im glanzvollen St. Moritz. Mit einem Präsent aus dem Bordshop und den besten Ausflugstipps von Concierge Omar verabschieden sich die Gäste, um den mondänen Skiort auf eigene Faust zu erkunden.

(SMC)