30. Nov. 2021

Reisen

Eine klassische Industrie – das war einst die Grundlage für den wirtschaftlichen Wohlstand der sächsischen Metropole Leipzig. Doch längst hat die alte Industrie Platz gemacht für moderne Betriebe, für eine attraktive Nachnutzung der Brachflächen und für eine lebhafte Stadt voller Geschäfte, Restaurants und Kulturangebote.  Wer mag, kann auf Spurensuche gehen und in und um Leipzig Industriekultur erleben wie sonst nur im Ruhrgebiet. Das macht die Stadt zu einem attraktiven Reiseziel für abwechslungsreiche Kurzreisen.

Einen ersten Blick auf die Stadt kann man vom Wasser werfen. Die Bootsführer bieten vom Stadthafen Leipzig aus interessante Bootstouren auf dem Karl-Heine-Kanal und der Weißen Elster. Wo viele der 500 Leihkanus der Stadt starten, beginnen auch die Motorboottouren. In kleinen Gruppen bringen die Boote die Gäste auf dem Wasser durch die Stadt. Dabei erklärt der Bootsführer nicht nur die interessantesten Gebäude an beiden Ufern, sondern gibt auch einen Einblick in die Industrie-Geschichte der Stadt. So sind an vielen Stellen inzwischen zu Wohnungen umgebaute Industriegebäude aus Backstein zu sehen. Und wo einst Material transportiert wurde, sind heute 1A-Wohnlagen entstanden.

Noch mehr Wasser gibt es draußen vor der Stadt. Wo zu DDR-Zeiten in großem Maßstab Braunkohle abgebaut wurde, ist in der Zwischenzeit ein attraktives Naherholungsgebiet entstanden. Ein Teil der Fläche hat sich in eine Seenplatte verwandelt und lädt ein, eine Runde mit dem Rad zum Beispiel um den Cospudener See zu drehen. Auch Spaziergänger, Schwimmer und Stand-up-Paddler haben auf den ehemaligen Industrieflächen eine neue Heimat gefunden. Neben der Nutzung durch die Menschen hat auch die Natur einen Teil des Gebiets zurückerobert. Seltene Vögel sind in dem Gebiet genauso beheimatet wie bedrohte Pflanzenarten.

Noch mehr Tiere erleben kann man im Zoo Leipzig. Dieser präsentiert die Teile in sechs naturnah gestalteten Erlebniswelten. Die wohl interessanteste ist das Tropenhaus, in dem das ganze Jahr über konstant 26 Grad herrschen und so einen Lebensraum für fast 200 exotische Tierarten und mehr als 500 Pflanzenarten schaffen. Frei fliegende Vögel und Flughunde gehören zu den Tieren, die in diesem von Menschen geschaffenen Regenwald leben. Besucher durchstreifen die Tropenerlebniswelt auf schön gestalteten Wegen – und auch auf einem Baumwipfelpfad mit mehreren Hängebrücken. Eindrucksvoll sind auch die asiatischen Elefanten, die Koalas und die schön gestaltete Flamingolagune. Überall im Zoologischen Garten gibt es Tafeln mit gut aufbereitete Informationen zu den Tieren, aber auch zum Artenschutz. Mehr als 120 Lernstationen machen den Zoobesuch auch für Kinder zu einem lehrreichen Erlebnis.

Einen ganz anderen Blick auf Leipzig bieten die Sandartisten. Das Sandtheater Leipzig zeigt seine Show in den Räumen des Central Kabaretts direkt am Marktplatz im Stadtzentrum. „Bilder meiner Stadt“ heißt eine Hommage an die Stadt Leipzig. In rund 75 Minuten lassen Mitglieder der Künstlergruppe „Sandartisten“ wie Alla Denisova bei ihrer Live-Sandmalerei vergängliche Kunst
zum Leben erwachen. Bei der Show entstehen Bilder aus verschiedenen geschichtlichen Epochen bis in die Gegenwart. Die Magie der Sandmalerei verzaubert, denn aus den kleinen Körnern entstehen im „Blauen Salon“ des historischen König-Albert-Hauses vergängliche und doch imposante Gemälde.

Sehenswert ist auch die Multivisionsshow im Kunstkraftwerk. Auf dem Gelände einem ehemaligen Heizwerk ist in den letzten Jahren ein vielseitiges Zentrum für digitale Kunst entstanden. Gezeigt werden interessante Multimediashows, bei denen die historischen Mauern als Projektionsfläche dienen. In verschiedenen Hallen sehen die Zuschauer zunächst eine 360 Grad-Show über das Werk des Malers Vincent van Gogh. Anschließend erinnert die Show „Boomtown“ an die Leipziger Industriekultur, die Entwicklung der Stadt und der Arbeitswelt zwischen 1840 und 1989. Historisches Ton-, Bild- und Filmmaterial verbindet sich vor der Kulisse der alten Industriehallen zu einem Gesamtkunstwerk. In der benachbarten Halle folgt anschließend eine weitere Show mit dem Titel „Invisible“.

Auch kulinarisch hat Leipzig einiges zu bieten. Gritt Englert und ihre Familie betreiben das direkt am Marktplatz gelegene Restaurant Weinstock. Es macht seinem Namen alle Ehre, denn an der Fassade wächst Wein und in den Sommermonaten kann man den Trauben beim Reifen zusehen. Auf der Karte stehen kulinarische Köstlichkeiten zu moderaten Preisen. Die Inhaberin und das Servicepersonal kennen sich nicht nur mit den Kreationen der eigenen Küche aus, sondern sind aufgrund der zentralen Lage auch gefragte Ratgeber für Touristen. Etwas außerhalb liegt hingegen die Gosenschenke. Jens Gröger betreibt die Gastronomie und ist besonders stolz auf die selbstgebraute Edel-Gose. Diese besondere Spielart des Biers hat ihre Wurzeln in Göttingen – und ist seit dem 18. Jahrhundert in Leipzig beliebt. Selbst Wladimir Putin soll das leicht säuerliche, obergärige Bier während seiner Zeit in Leipzig in dem Gebäude mit Jugendstilfassade getrunken haben. Wer mit dem Wirt fachsimpelt, kann nicht nur verschiedene Gose-Biere verkosten, sondern erfährt auch viele amüsante Begebenheiten rund um die Schenke.

Ein guter Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise durch Leipzig ist das Penta Hotel. Es liegt fußläufig vom Hauptbahnhof. Eine großzügige Lobby, die sich Abends in eine trendige Bar verwandelt, ein Indoor-Pool verbunden mit Whirlpool und Wellnessbereich und eine Reihe von Zimmern, die exklusiven Zugang zu einer stilvollen Lounge mit Speisen und Getränken bieten, zeichnen das moderne Haus aus. Auch das abwechslungsreiche Frühstücksbuffet machen das Penta Hotel Leipzig zu einer guten Wahl.

(SMC)