20. Feb. 2020

Reisen

Von Konstanz aus lässt sich die Bodensee-Region gut entdecken. Längst bietet die malerische Vierländerregion nicht nur in der Hauptsaison ein reiches Kulturprogramm. Auch die Natur rund um den See ist das ganze Jahr über sehenswert. Naturbelassene Ufer, Vulkanformationen und Kulturschätze sorgen dafür, dass es an Deutschlands größtem See niemals langweilig wird. Ein großes Netz an Wander- und Radwegen verbindet die Städte an den Ufern des Sees.

Eine davon ist das malerische Radolfzell. Hier lohnt sich ein Spaziergang durch die Altstadt, in der jeden Mittwoch und Samstag neben dem gotischen Münster Markt ist. Gemüse und Obst aus der Region sind dann genauso im Angebot wie Kräuter und Fleisch. Die große Fußgängerzone teilen sich Spaziergänger und Radfahrer einvernehmlich. Und wer mag besucht mit der Halbinsel Mettnau eines der ältesten Naturschutzgebiete des Landes. Von Radolfzell aus fährt die Schweizerische Schiffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) zum Beispiel zum Hafen Mannenbach in der Schweiz. Fußläufig erreichbar ist der geschichtsträchtige Arenenberg. Hier lebte Napoleon III., der letzte Kaiser Frankreichs, in seiner Kindheit. Der Exilsitz der Familie Bonaparte liegt oberhalb des Untersees und beherbergt heute ein Museum. Ausgestattet mit Filzpantoffeln kann man in das höfische Privatleben des 19. Jahrhunderts eintauchen. Aus dem Barockgarten gleich neben dem Bistro Louis Napoléon hat man eine herrliche Aussicht auf den See. Und kann sich von Küchenchef Roland Höhener, einen Anhänger von Slow Food Ostschweiz, mit saisonaler und regionaler Küche verwöhnen lassen.

Literaturfreunde können von Mannenbach weiter nach Gaienhofen fahren. Oberhalb der Anlegestelle liegt Hermann Hesses erstes Wohnhaus. Wie viele andere Künstler war Hesse von der als Künstlerwinkel bekannten Region begeistert und lebte und arbeitete hier. Dr. Ina Appel vom Hesse Museum präsentiert Besuchern die neu inszeniere Ausstellung, in der auch das düstere Gedicht „Im Nebel“ aus dem Jahr 1905 präsentiert wird. Neben der Dauerausstellung „Gaienhofener Umwege“ zeigt das Museum in der Wohn- und Arbeitsstätte des Schriftstellers und späteren Literaturnobelpreisträgers eine Sammlung zur Künstler- und Literaturlandschaft der Halbinsel.

Bei einem Spaziergang durch Konstanz ist sie nicht zu übersehen: Am Hafen steht mit der 9 Meter hohen und 18 Tonnen schweren Imperia das Wahrzeichen der Stadt. Die Statue stellt eine Kurtisane dar, die in ihren Händen weltliche und geistige Herrscher hält. Auch Gastronomisch hat die Stadt einiges zu bieten. Eugens Bio Restaurant oder auch die esss/bar Konstanz faszinieren mit modernen Aromen und auch im rustikalen Constanzer Wirtshaus wird regionale Küche großgeschrieben. Übernachtungsgäste haben die Wahl. Das Hotel Garni Hirschen zum Beispiel ist familiär geführt und gemütlich. Am anderen Ende der Altstadt liegt das 47° Designhotel mit einem luxuriösen Spa-Bereich und Blick über die Dächer von Konstanz.

Wer Natur erleben möchte, fährt von Konstanz aus mit der Bahn nach Singen. Oberhalb der Stadt liegt das Hohentwiel Infozentrum, ein Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Vulkanlandschaft. Die Hegau-Vulkane kann man zum Beispiel bei einer 7,5 km langen Wanderung entdecken. Bei der Wanderung durch die schöne Natur sollte man die Karte im Blick behalten, denn in manchen Bereichen des Rundwegs ist die Ausschilderung nicht so dicht wie es wünschenswert wäre. Der Weg bietet Ausblicke in die Vulkanlandschaft und bei schönem Wetter bis auf die Bergkette der Alpen. Wer nach der Wanderung müde ist, kann im Hotel-Restaurant Hohentwiel einkehren – oder auch die Burganlage besichtigen.

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr verlängert die Regio Konstanz Bodensee Hegau auch 2020 die Saison in den Herbst. Am 24./25. Oktober, 31.10./1.11. und 7./8. November kann man die Region per Schiff besonders günstig erkunden. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein schickt ihre Schiffe an diesen Tagen im Zweistundentakt viermal pro Tag auf Rundkurs über den Bodensee. Für 17 Euro (inkl. Fahrrad) kann man zwischen den Häfen Mannenbach, Berlingen, Gaienhofen, Hemmenhofen, Steckborn, Radolfzell und Reichenau unterwegs sein. An Land bieten Restaurants und Kultureinrichtungen attraktive Zusatzangebote. Führungen, Mitmach-Aktionen rund um die Schiffsanleger machen die grenzüberschreitende Perspektiven am Bodensee noch spannender.

(kk)