25. M&a. 2019

Reisen

Zwischen dicht bewaldeten Hügeln liegt im thüringischen Eisenach die Wartburg. Diese gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die 1067 gegründete Burg galt einst als Zentrum hochmittelalterlichen Dichtens und Minnesangs. Verschiedene Räume erzählen bis heute Geschichten rund um den Sängerkrieg, das Leben der heiligen Elisabeth und Martin Luthers Kampf mit dem Teufel. Besonders beeindruckt die Elisabeth Kaminstube mit funkelndem Mosaik im byzantinischen Stil, welche das Leben und barmherzige Wirken der Heiligen Elisabeth abbildet. Ebenso faszinierend ist der kunstvoll gestaltete Festsaal, in dem im Sommerhalbjahr oft Konzerte zu hören sind. Besucher, welche eine Gruppenführung gebucht haben, werden beim Betreten mit Musik aus Richard Wagners Oper Tannhäuser begrüßt. Die Sage vom Sängerkrieg auf der Wartburg inspirierte den berühmten Komponisten zu dieser Oper. Historisch eindrucksvoll und vermutlich am bekanntesten ist die Lutherstube, in welcher Martin Luther 1521/1522 ins Exil flüchtete und das Neue Testament in die deutsche Sprache übersetzte. Der Legende nach soll der Teufel ihn bei dieser Tätigkeit in der Stube belästigt haben, sodass der Mönch nach dem Tintenfass griff und nach dem Teufel warf. So sei ein Tintenfleck an der Wand entstanden, von dem heute allerdings nichts mehr übriggeblieben ist. Wer in Eisennach wie zu Luthers Zeiten speisen möchte findet im Erlebnis-Restaurnt Lutherstuben eine authentische Möglichkeit.

Grüne Oase und kühlende Dunkelheit – die Keller von Bad Langensalza

Am Rande des Nationalparks Hainich liegt die Kurstadt Bad Langensalza. Diese beeindruckt nicht nur mit ihrer historischen Altstadt mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern, sondern auch mit einer grünen Oase. Zehn Parks und Themengärten säumen die charmante Innenstadt und machten Bad Langensalza zu „Europas blühendster Stadt 2011“. Dunkel und kühl wird es hingegen bei einer Führung durch die zahlreichen Keller der Stadt. Die als Marktfrau verkleidete Stadtführerin Rosemarie Herzog zeigt ihren Gästen die Gewölbe, die sich Ratsherren, Braumeister und Bürger in den Kalkstein hauen ließen, um Lebensmittel zu lagern. Keller mit Eis aus den Bächen und Teichen der Stadt hielten die Ware bis zum Sommer frisch. Heute befindet sich kein Eis mehr in den Kellern. In einigen der Keller schafft man mit warmem Kerzenschein Licht im Dunkeln. Interessierte Besucher können die Kellerführung bei der Touristinformation buchen.

Mühlhausen – Stadt mit der größten Stadtkirmes

Eingebettet zwischen den Höhen des Nationalparks Hainich liegt Mühlhausen. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt mit der Tuchweberei, dem Anbau von Färberwaid und dem Fernhandel mit diesen Produkten. Bis heute erinnern die Bauwerke wie das Rathaus, die Stadtmauer mit ihren eindrucksvollen Wehrtürmen und elf mittelalterliche Kirchen an die längst vergangene Zeit. Am Untermarkt befindet sich die gotische Pfarrkirche „Divi Blasii“, welche eng mit dem Namen Johann Sebastian Bach verbunden ist. Der Komponist war hier in den Jahren 1707-1708 als Organist tätig. Mühlhausen überzeugt nicht nur mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern wie im Gerberviertel, sondern auch mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungskalender. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender auf der offiziellen Webseite der Stadt Mühlhausen lohnt sich. Jedes Jahr findet beispielsweise die Mühlhausen Kirmes statt – die größte Stadtkirmes in Deutschland. Nicht entgehen lassen sollte man sich regionale Spezialitäten wie die Thüringer Rostbratwurst, in der neben Schweine- oft auch Rindfleisch verarbeitet wird. Im Brauhaus zum Löwen gibt es die Spezialitäten in einer ein Meter langen Variante. Wer eher süße regionale Spezialitäten bevorzugt, ist im Landferienhaus Pension Erika mit Kaffee und Kuchen gut aufgehoben.

Ein Paradies für naturkundlich Interessierte - Entdeckung des Urwaldes

Sanfter Wind streicht durch die Baumkronen der Buchen des Nationalparks Hainich. „Bei starken Wind können die Kronen mehrere Meter pendeln“ erzählt ein Ranger bei einer öffentlichen Führung. Er drückt mit beiden Händen kraftvoll gegen den Stamm und demonstriert damit die Flexibilität und Pendelbewegung der Krone. Die Besucher des Baumkronenpfades sind fasziniert. „Natur Natur sein lassen!“, lautet das Motto des Nationalparks. Im Hainich soll der nur in Europa vorkommende Rotbuchenwald geschützt werden und so zu einem „Urwald mitten in Deutschland“ werden. Vom unteren Kronenbereich führt der Baumkronenpfad immer höher und eröffnet auf 534 m Länge Einblicke in das Leben des Waldes. Am Wegesrand bieten Schautafeln Information über die heimische Tierwelt wie die Fledermaus oder die Wildkatze und auch Rätsel über die Pflanzenwelt. Kinder können am Wegesrand sichere Klettermöglichkeiten nutzen. Auf 44 Metern Höhe gibt die höchste Plattform den Blick auf das Thüringer Becken frei. Wer mehr über die Geheimnisse des Hainichs erfahren möchte, sollte genug Zeit für die interaktive Erlebniswelt des Nationalparkzentrums und die Wurzelhöhle einplanen.

Die Region Warburg Hainich bietet ihren Besuchern neben der Wartburg als Top-Sehenswürdigkeit eine Vielzahl interessanter Orte mit kulturellen Höhepunkten und eindrucksvollen Einblicken in die Natur.

(kk)