Der erste Eindruck
Die Reise beginnt im Hafen von Piräus. Wer mag, kann bereits ab 12 Uhr auf das Schiff gehen. Die „Celestyal Journey“ stammt aus dem Jahr 1994 und ging einst als „Ryndam“ für die Holland America Line auf große Fahrt. Umfassend renoviert bietet das Schiff aber auch nach dreißig Jahren alle Annehmlichkeiten, die man auf einem modernen Kreuzfahrtschiff erwartet. Dass die Reise mit einem Seetag beginnt, ist die Gelegenheit, das Schiff zu entdecken. Während manche Gäste die Pools als ihren Lieblingsplatz entdecken, freuen sich andere über die weitläufigen Außendecks mit verschiedenen Liegemöglichkeiten. Vielfältig ist auch das Angebot an Bars. Wer es richtig krachen lassen möchte, greift zu den Signature Cocktails wie dem „Citrus Sunshine“ zum Preis von 59 Euro. Natürlich gibt es auch günstigere Alternativen wie den „Greek Mule“ in der klassischen oder molekularen Variante.
Mit dem Buggy in die Berge
Bei der Ankunft in Montenegro lohnt es sich früh aufzustehen, denn der Hafen von Kotor liegt am Ende einer fast 30 Kilometer langen und von steilen Bergen gesäumten Bucht. Bei einer halbtägigen Offroad-Tour lässt man sich den Fahrtwind um die Nase wehen, während die geländegängigen Fahrzeuge die Stadt hinter sich lassen und in die Berge fahren. Das erste Ziel ist Fort Gorazda. Die Befestigungsanlage 450 Meter über der Bucht wurde vom Österreich-Ungarischen Reich zwischen 1884 und 1886 errichtet. Teil der Anlage ist ein über hundert Tonnen schwerer, rotierender Gruson-Turm. Dann geht die Fahrt weiter über Straßen, Feldwege und nur mit Offroad-Fahrzeugen passierbare Waldwege zu einer spektakulären Aussichtsterrasse hoch über dem Meer. Mit Blick auf die Bucht genießen wir hauchdünne, montenegrinische Schinkenscheiben, regionalen Käse, Oliven und frische Feigen. Anschließend bleibt noch genug Zeit, um auf eigene Faust durch die Altstadt von Kotor zu schlendern.
Von Split zum Krka-Nationalpark
Auch in Kroatien gibt es viel zu entdecken. Fußläufig vom Schiff liegt die Altstadt von Split mit dem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Diokletianspalast. Bei einem Bummel durch die Gassen oder in die gut erhaltene und in Form eines Museums zugängliche Unterwelt der Stadt erfährt man das Wichtigste über die Geschichte der Hafenstadt, in der der römische Kaiser Diokletian die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Ein Ausflug führt auch zu einem der schönsten Wasserfälle Europas, dem Skradinski bud im Krka Nationalpark. In einer alten Wassermühle kann man in die Geschichte eintauchen. Andere Gäste schauen lieber Schmetterlingen und Libellen zu und freuen sich über die Entdeckung einer am Wegesrand ruhenden Schlange.
Auf dem Weg nach Venedig
Seit Venedig die Einfahrt großer Kreuzfahrtschiffe verboten hat, kann auch Celestyal Cruises nicht mehr direkt in der Stadt anlegen. Stattdessen hat man sich für den Industriehafen Fusina entschieden, von dem man Venedig mit dem an Bord kostenpflichtig angebotenen Transferboot erreicht. Direkt am Markusplatz angekommen, kann man durch die Gassen flanieren, den Gondolieri bei ihren Fahrten auf den Kanälen zusehen oder selbst mitfahren. Sehenswert ist der Markusdom, die zentrale Staatskirche der einstigen Republik Venedig mit seinen wunderschönen, künstlerisch wertvollen Mosaiken. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann auch das in die Kirche integrierte Museum besuchen. Im Museum stehen unter anderem die vier vergoldeten Bronze-Pferde, die früher die Fassade schmückten. Heute stehen dort Repliken, die man beim Besuch der Terrasse, die einen herrlichen Blick über den Markusplatz bietet, besichtigen kann. Gleich neben dem Dom liegt der Dogenpalast. Bei einem Rundgang durch den einstigen Regierungssitz sieht man prachtvolle Säle, eindrucksvolle Architektur und auch das Gefängnis des Palastes, zu dem man durch die Seufzerbrücke gelangt.
Unterwegs nach Olympia
Außer einem kleinen, gut besuchten Strand und vielen Restaurants gibt es am Hafen von Katakolon wenig zu entdecken. Die Stadt wird vor allem als Ausgangspunkt für Ausflüge zur Ausgrabungsstätte Olympia angesteuert. Als Austragungsort der antiken Olympischen Spiele ziehen die historischen Stätten jedes Jahr rund 800.000 Besucher an. Mit dem Heraion-Tempel, einem der älteren dorischen Tempel Griechenlands, und zahlreichen anderen antiken Ruinen sowie dem alten Stadion von Olympia ist das weitläufige Gelände sehenswert. Im angegliederten Museum sind zahlreiche Fundstücke und eindrucksvolle Skulpturen zu sehen.
Zum Abschluss Piräus
Am Ende kehrt die „Celestyal Journey“ nach Piräus zurück – und mit ihr die Erinnerung an eine Woche voller Eindrücke. Zwischen antiken Tempeln, mittelalterlichen Stadtmauern und dem Flair venezianischer Gassen haben die Gäste nicht nur die Adria erkundet, sondern auch das Leben an Bord genossen.
(SMC)
















