17. Mai. 2022

Reisen

Julia: Sie fährt jeden Tag mit der S-Bahn. Vier Stationen. Im Minutentakt. In Berlin kommt alle 90 Sekunden eine neue S-Bahn. Die grüne Welle. Spandau – Stresow – Pichelsberg – Olympiastadion. Dort ist, wie sie es liebevoll nennt, ihr zweites Zuhause. Die kurze Hinfahrt nutzt sie, um einen kurzen Blick in den Taschenspiegel zu werfen oder die Augen zu schließen und sich zu entspannen. Abwechslung bietet der kleine Fernsehmonitor, der neuerdings in den Bahnen der Deutschen Bahn einen Mix aus News und Werbung bietet. Neben ihr ein Mann mit Koffern. Tourist! In Berlin ist das alltäglich. An der Tür steht eine Frau. Um ihren Hals trägt sie einen blau-weißen Schal. Hertha BSC. Der Fußballverein für den in Berlin jeder schwärmt. Heute ist das Heimspiel. In ihren Gedanken versunken hat Julia nicht bemerkt, dass die S-Bahn die Haltestelle Olympiastadion erreicht hat und sich die Türen öffnen, schließen und sich der „Raum“ mit ihr fort von Fußball und fort von ihrem Arbeitsplatz bewegt. Sie flucht. Als sie an der nächsten Haltestelle aus der S-Bahn stapft, sieht sie zum ersten Mal in das Fahrerhaus. Sie will dem Fahrer einen vorwurfsvollen Blick zuwerfen. Doch: Da sitzt er! Er nickt ihr freundlich zu. Sie errötet und dreht sich schnell um, geht davon.

Achim und Julia: Er sieht ihr nach. Wie jeden Tag. Achim ist Triebfahrzeugführer der Deutschen Bahn. Der junge Mann, der die S-Bahn durch Berlin „führt“, sieht Julia kommen und gehen. Doch wie soll er sie ansprechen, wenn er die S-Bahn führt? Unmöglich. Die Gedanken an Julia versüßen ihm jedoch jedes Mal die Fahrt.

Julia: „Die Jungs von Hertha BSC geben echt ein gutes Bild auf dem Rasen ab“, stellt Julias Arbeitskollegin fest. Julia nickt zustimmend. Sie zieht sich für die nach dem Spiel stattfindende Pressekonferenz um. Sie hält jedes Mal den Sportjournalisten das Mikro hin, damit ihre Fragen das Ohr der Trainer erreichen. Julia und ihre Kollegin tragen Shirts in blau-weiß. Hertha-Farben.

Rot-weiß ist das Banner, vor dem der Trainer von Hertha BSC sitzt. Das Logo der Deutschen Bahn – DB – ist Eyecatcher. Julia sieht das vertraute Zeichen. Sie erinnert sich an die vorherige Fahrt zum Olympiastadion und an die S-Bahn. Siebzig Prozent der Fans, die Hertha BSC unterstützen und ihnen zujubeln, benutzen dieses Transportmittel. Bei Großveranstaltungen wie einem Fußballspiel sind die Züge immer sehr voll. Doch was passiert, wenn einmal etwas schief geht? Wer steuert das Ganze? Wer koordiniert den Transport von tausenden von Menschen?

Julia und Achim: Mit diesen Fragen im Kopf steht sie nach getaner Arbeit wieder am Bahnsteig. Nach Hause. Mit Massen von Fans. Die S-Bahn fährt ein. Da ist er wieder! Der freundliche Triebfahrzeugführer! Was für ein Zufall! Sie lächelt als er samt der ersten Wagons an ihr vorbeirauscht und weiß plötzlich was sie tun muss, um eine Antwort auf ihre Fragen zu bekommen: In die S-Bahn hüpfen. Warten bis zur nächsten Station. Aussteigen und mit ihm „da vorne“ reden. Kaum Zeit. Doch sie hat auf einem Zettel ihre Telefonnummer notiert. Darunter ein kurzer Schriftzug: „Die DB sponsert Hertha BSC. Vorschlag: Ich arbeite für die blau-weißen Elf. Du für die Deutsche Bahn. Lass uns doch verbinden, was zusammen gehört. Melde dich…Deine Madame Hertha BSC.“

Ein wenig schüchtern, reicht sie ihm „da vorne“ den kleinen, zusammengefalteten Zettel, nachdem Achim, Monsieur DB, das Seitenfenster geöffnet hat – für sie – seine Lieblingsmitfahrerin.

Madame Hertha BSC und Monsieur DB - blau-weiß meets rot-weiß

Sie treffen sich in der DB Lounge. Bei warmen Kakao reden sie viel. Monsieur DB hat während seiner Ausbildung bei der Deutschen Bahn viele Bereiche kennen gelernt. Er müsse eigentlich nur auf abweichende Signale achten, erklärt er Julia, die alles über die Abläufe bei der Deutschen Bahn erfahren möchte. „Wenn du magst, nehme ich dich mal mit zu einem Fahrsimulator. Dann kannst du selber einmal einen Zug führen!“, schlägt er ihr vor. „Beim Fahrsimulator werden die unterschiedlichsten Situationen nachgestellt. Plötzlich wechselt die Tageszeit, die Temperatur oder der Niederschlag. Das ist wichtig, damit wir auf alles vorbereitet sind! Bei Großveranstaltungen müssen wir besonders aufmerksam sein. Durch erhöhten Alkoholkonsum kommt es schneller zu Störungen im Verkehr der Bahn. Doch von der Betriebszentrale aus, also von einer invisible hand von oben, wird sicher gestellt, das alles reibungslos verläuft oder schnell behoben wird.“

Julia findet das sehr spannend. Sie erzählt von Hertha BSC und weiß zu berichten, dass der Vorstand der DB AG Fußball mit guten Grund fördert: Transport von Fans. Von 11 Kilometer von zu Haus bis zum 11 Meter im Stadion! Achim zieht noch einmal den kleinen Zettel hervor. „Sag mal, darf ich dich auch sponsern und dich auf ein Eis einladen?“, fragt er grinsend. Julia knufft ihn in die Seite und ergreift ihn am Arm. Als sie in die S-Bahn einsteigen haben sie beide ein Waffel-Hörnchen in der Hand. Sie: Erdbeer-Zitrone. Er: Himmelblau und Vanille. „Eigentlich müssten wir ja tauschen, wa?!, sagt Julia mit berlinerischen Akzent und zeigt auf die beiden Eishörnchen, „das muss doch farblich passe - ich blau-weiß und du rot-weiß…“ Achim zieht sie zärtlich zu sich hin und küsst sie: „Man soll verbinden, was zusammen gehört!“

Natürlich hat nicht jeder von euch wie Julia das Glück, jemanden wie Achim kennen zu lernen, der sich im Bereich DB so gut auskennt, Abläufe erläutern und über das System informieren kann. Doch im Internet findet ihr spannende Informationen was die Bahn für jeden einzelnen für euch tut! Die Bahn macht mobil. Auch dich! Jeden Tag! Ob es nur vier Stationen sind wie bei Julia oder eine Zugreise mit dem ICE von Duisburg nach Berlin. Man kann die Augen schließen und von Jungs wie Achim träumen oder die Augen öffnen für die Welt der Deutschen Bahn und nette Menschen kennen lernen. Wer von euch gerne einmal zu einem Spiel von Hertha BSC möchte, hat die Möglichkeit eine Menge zu sparen. Die Deutsche Bahn hat attraktive Angebote – nicht nur für Hertha BSC-Fans! Für dich! Für mich! Für uns! (SMC)