02. Feb. 2023

Reisen

„Schön gezuckert“ nennt Wanderführer Klaus Ribis die Gipfel der Berge rund um die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Er begleitet seine Gäste von der Bergstation der Seilbahn auf 1.965 Meter Höhe bis zum Gipfel. Die Schneeschuh-Wanderung führt quer über die bis ins Tal beschneite Skipiste und dann über den geschwungenen Weg bis zum Gipfelkreuz. Auf dem Weg bleibt der 49-jährige immer wieder stehen, um Besonderheiten in der Landschaft und am Wegesrand zu erklären. Er zeigt die für die Gipfelregion charakteristischen Zirben, deutet auf Spuren von Schneehasen und Gämsen. Dann geht es weiter – über den Weg und wie Klaus sagt „ins Gemüse“. Ausgerüstet mit Schneeschuhen verlassen wir den befestigten Weg und wandern quer durch die verschneite Landschaft zum Gipfel. Dort weht auch an vielen schönen Wintertagen ein eisiger Wind, sodass es nach den Erinnerungsfotos am Gipfelkreuz, dem Blick über Innsbruck und auf die ebenfalls „gezuckerte“ Nordkette wieder zurück zur Seilbahnstation geht. Dort wartet im Bergrestaurant „Das Kofel“ eine regionale Speisekarte von Skiwasser über Germknödel bis zu Käsespätzle.

Alpine Tierwelt im Alpenzoo

Während die alpine Tierwelt in den Bergen nur zu erahnen ist und Spuren im Schnee oft die einzigen Hinweise auf das vielfältige Leben auch in den Wintermonaten sind, kann man die meisten Tiere im Alpenzoo aus der Nähe betrachten. Denn während manche Tierarten wie Murmeltiere auch im Zoo Winterschlaf halten, sind viele andere das ganze Jahr über aktiv. So kann man im Alpenzoo nicht nur die lebhaften Gämsen über Felsen klettern sehen, sondern auch eine ganze Reihe von durch ihre Hörner beeindruckenden Steinböcken. In großen Volieren sind Steinadler und Mönchsgeier zu sehen, die in der Alpenregion heimisch sind. Wisente nutzen ihr großes Gehege, um mit Wildschweinen um die Wette zu laufen. Nicht weit entfernt stehen Haustiere wie Ziegen, Rinder und Schweine, die man aus der Nähe sehen und sogar streicheln kann. Der Alpenzoo liegt am Berg, sodass man beim Spaziergang durch den Zoo zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt rund hundert Höhenmeter zurücklegt.

Ski-Kurs in den Bergen

Während viele Menschen im Winter in die Berge fahren um Ski zu fahren, sind fehlende Skikenntnisse für andere ein Grund zu Hause zu bleiben. Wer ausprobieren möchte, ob Skifahren einem liegt, kann in der Skischule am Patscherkofel neben einwöchigen Kursen auch einzelne Stunden bei einem der Skilehrer buchen. Jeder davon arbeitet nach einem etwas anderen Konzept. Skilehrer Simon zum Beispiel erklärt erst das vor Ort ausgeliehene Equipment und nimmt seine Schüler dann mit auf den Übungshügel, wo es ohne Skistöcke gilt Balance zu halten und erst das Bremsen und dann das Lenken zu lernen. Sitzen die Grundtechniken kann man das eigene Repertoire mit den Skilehrer immer weiter verfeinern bis man sich schließlich auf die Skipisten am Patscherkofel wagen kann.

Seit 400 Jahren Glockenguss

Johannes Grassmayr steht für eine Familientradition über 14 Generationen. Im Jahr 1599 hat seine Familie die Glockengießerei Grassmayr gegründet und liefert seitdem Bronzeglocken in alle Welt. Die 1.160 Grad heiße Glockenbronze wird ganz im Sinne der alten Handwerkstradition in Lehmformen gegossen. Nach rund vier Monaten Vorbereitungszeit und zehn Minuten Glockenguss entsteht so ein neuer Klangkörper – oft für Kirchtürme, aber in kleiner Ausfertigung auch für Orchester und andere Auftraggeber.  Stolz ist man in der Glockengießerei nicht nur auf reich verzierte Großglocken, sondern auch auf die Verbindung von traditionellem Handwerk und Innovation, denn um den perfekten Klang der Glocken zu berechnen setzt die Manufaktur auch auf modernste wissenschaftliche Methoden. Dass Innovation im Hause Grassmayr groß geschrieben wird, erlebt man auch bei einer Führung durch das hauseigene Museum. Rund 20.000 Besucher kamen in den Jahren vor Corona – im Sommer spontan, in den Wintermonaten nach Terminvereinbarung. Im Museum wird nicht nur der Herstellungsprozess gezeigt, sondern auch das Klangwunder Glocke. Im Hof ist eine Kopie einer Klangröhre zu sehen, mit der im dänischen Aarhus die Geburt von Kindern verkündet wird. Daneben steht ein moderner Glockenturm, den Johannes Grassmayr mit der App ansteuert und der unter anderem „Surfin´ USA“ von den Beach Boys spielt.

Kristallwelten Wattens

Nicht weit von Innsbruck liegt das Städtchen Wattens. Bekannt ist es als Standort des Kristallschmuck-Anbieters Swarovski. Zum 100. Firmenjubiläum hat das Unternehmen seine von André Heller konzipierten Kristallwelten eröffnet. Diese bestehen aus einem parkähnlichen Gelände mit kreativen, glitzernden Kunst-Installationen und einem in die Landschaft integrierten Museum mit einer Reihe sogenannter Wunderkammern. Diese wurden von internationalen Künstlern gestaltet. Sie beinhalten zum Beispiel eine das ganze Jahr über eisige Schneekammer mit dekorativen Elementen und durch die Luft wirbelnden Schneeflocken. Gelungen sind auch der Kristalldom, in dem man sich unendlich oft wiederspiegelt oder eine 3D-Installation zum Thema Frieden in der Welt.

Rund um die Hofburg…

Wer sich auf die Sehenswürdigkeiten direkt in Innsbruck konzentrieren möchte, sollte sich einen Besuch im Goldenes Dachl Museum nicht entgehen lassen. Das Wahrzeichen der Stadt wurde von Kaiser Maximilian I. in Auftrag gegeben. 2.657 feuervergoldete Kupferschindeln lassen den prachtvollen Balkon nicht nur eindrucksvoll strahlen, sondern zeugten damals auch vom Reichtum und der Macht des Kaisers. Nicht weit entfernt davon wird im Hofgarten die Lichtshow Lumagica gezeigt. Im nächtlichen Park erwarten Szenarien aus allen Kontinenten die Besucher. Nicht nur Kinder können dabei auch aktiv mitmachen – und zum Beispiel ein Lichtklavier zum Klingen bringen oder einen digitalen Bienenschwarm zum Summen. Charakteristische Tiere aus den verschiedenen Regionen werden in eine Lichterlandschaft eingebettet und gewinnen im nächtlichen Hofgarten einen ganz besonderen Charme.

(SMC)