12. Jul. 2020

Reisen

Wer im Sommer ins Sauerland fährt entdeckt unberührte Natur, idyllische Wanderwege und eine überraschende Fülle an Freizeitaktivitäten. Rund fünf Kilometer südlich der idyllisch gelegenen Ruhrquelle liegt am Rand von Winterberg der Erlebnisberg Kappe. Während sich dort im Winter alles um Wintersport dreht und die Skilifte auf Hochtouren laufen, ist der Berg in der schneefreien Zeit ein Paradies für abenteuerlustige Kurzurlauber. Mit einem wachsenden Repertoire an Angeboten – von Minigolf über einen Bike-Park bis hin zur erst im letzten Jahr eröffneten Fly-Line hat der Erlebnisberg für jeden etwas zu bieten.

Wer es gemütlich mag spielt eine Runde Minigolf. Die 18 kreativ gestalteten Bahnen sind angenehm zu spielen und bieten einen schönen Ausblick in die reich bewaldete Umgebung. Gleich neben den Bahnen liegt die Talstation der Sommerrodelbahn Winterberg. Wer hier ein Ticket kauft und im Rodel Platz nimmt, wird von einem Lift auf den Berg gezogen. Dort wird der Schlitten ausgeklinkt und die rund 700 Meter lange rasante Fahrt ins Tal beginnt. Wer den Beschleunigungshebel beherzt nach vorne drückt, kann auf dieser Bahn richtig Geschwindigkeit erreichen – und je nach Risikoneigung mehr oder weniger stark bremsen, wenn er auf Kurven zufährt. Wer Sommerrodelbahnen mag, findet in der Umgebung noch zwei weitere. Das Rodeltrio kann man inzwischen auch mit einem gemeinsamen Ticket nutzen. Unterhalb der eindrucksvollen St. Georg Schanze liegt mit dem ebenfalls 700 Meter langen SchanzenWirbel die zweite Bahn. Bei dieser sind die Schlitten fest mit der Strecke verbunden, sodass man einfach beschleunigen kann. Während man bei der Fahrt nach oben die 1959 erbaute und ganzjährig nutzbare Sprungschanze sieht, fokussiert sich der Blick bei der Fahrt ins Tal auf die nächste Kurve. Gleich neben dem Schanzenwirbel steht die Talstation des "HerrlohBlitz". Auf diesem sitzt man deutlich höher und gefühlt wackeliger, sodass die Talfahrt über die 600 Meter lange Schienenbahn einem rasanter vorkommt und mehr Adrenalin ins Blut gepumpt wird. Die räumliche Nähe von drei ganz unterschiedlichen Sommerrodelbahnen macht Winterberg für rodelbegeisterte im Sommer zu einem besonders interessanten Ziel.

Wer gerne hoch hinaus möchte, beginnt den Tag mit einem Spaziergang über die Panorama Erlebnis Brücke. Das 435 Meter lange Bauwerk bietet ein atemberaubendes Panorama über das Sauerland. Von oben sieht man nicht nur die Radfahrer durch den Bike-Park rasen, die Kinder auf dem Spielplatz, sondern auch die Wälder und Häuser in der Umgebung. Verschiedene Kletterelemente laden Kinder und Erwachsene dazu ein, die Zeit auf der Panoramabrücke für Entdeckungen zu nutzen. Eine Klettertour durch ein über dem Abgrund gespanntes, stabiles Netz ist genauso im Angebot wie eine 40 Meter lange Rutsche von der Brücke zurück auf den Erdboden. Wer dabei auf den Geschmack gekommen ist, hat es nicht weit zum Kletterwald Winterberg. Eingebettet in die natürliche Umgebung gibt es in diesem fünf Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Ausgestattet mit dem nötigen Equipment und nach einer Sicherheitseinweisung können die Besucher hier nach Herzenslust bis zu drei Stunden lang klettern. Eine Besonderheit sind die in die Parcours integrierten Seilrutschen, an denen die Kletterer zwischen einzelnen Stationen durch den Wald gleiten. Wer in den Kletterwald kommt sollte schwindelfrei sein, denn schon auf dem ersten Parcours geht es hoch hinaus. Erfahrene Kletterer finden spannende Herausforderungen.

Eine neue Attraktion ist die Fly-Line. In rund fünf Minuten gleitet man in gemütlichem Tempo in bis zu zehn Meter Höhe durch den Wald. Während am Boden Biker durch den Wald rasen kann man aus der Luft alles genau anschauen. Rund 1.000 Meter lang ist die Strecke, die vom Berg bis zur Talstation der Sesselbahn führt. Damit die Gäste bei der Fahrt an der Fly-Line nicht zu schnell werden, werden sie – gut gesichert – von einem automatischen System gebremst. Auf der Fahrt ins Tal sieht man die Welt aus einer anderen Perspektive und kommt den Baumwipfeln besonders nah.  Da der Flug keine körperliche Anstrengung mit sich bringt eignet er sich auch für Gäste, bei denen der Sport nicht an erster Stelle steht. Nicht weit von der Fly-Line liegt der Naturerlebnispfad. Er führt durch ein kleines Waldstück und erklärt anhand von Schautafeln und Mitmachstationen das Leben im Wald. So erfährt man nicht nur viele Informationen zu Buche und Bergahorn, sondern auch Details zu den Tieren des Waldes.

Noch mehr Natur entdeckt man im Umland. Der Europawanderweg Rothaarsteig führt durch Winterberg und erschließt schöne Waldstücke und die reizvolle Landschaft. Als Rundweg bietet sich der Schluchten- und Brückenpfad am Rand des Kurparks an. Gleich zu Beginn geht es eine steile Treppe herunter, denn das Wasser der Helle hat sich tief in die Landschaft gegraben. Wer mag kann mit dem Smartphone Informationen zum Schluchtwald abrufen und so auf die Besonderheiten am Wegesrand aufmerksam werden. Am Ende der Schlucht liegt der Bodensee. Ist dieser umrundet folgen auf dem Weg in Richtung der Ortschaft Elkeringhausen in allen Farben blühende Wiesen. Malerisch ist natürlich auch der Besuch an der von Steinen eingefassten Ruhrquelle. Vom Parkplatz an der Ruhrquellenhütte führt der einfach zu gehende Weg rund 1,5 km durch die Natur. Kühe, Rehe und andere Tiere sind am Waldrand zu sehen – und schließlich die kleine und doch schöne Quelle.

Winterberg ist reich an Übernachtungsmöglichkeiten vom exklusiven Hotel bis zum günstigen Hostel. Das Hostel Erlebnisberg Kappe liegt fußläufig zu den Attraktionen. Wer im Hostel übernachtet, wohnt günstig. Trotzdem überzeugt das Hostel mit freundlichem Personal, sauberen und praktisch ausgestatteten Zimmern und einem mehr als soliden Frühstücksangebot.

(kk)