25. Jun. 2022

Reisen

Mehr Komfort, mehr Platz – und weniger CO². Das zeichnet das in den letzten vier Jahren erarbeitete Redesign der Thalys-Züge aus, die vom Ruhrgebiet nach Belgien und weiter bis nach Paris fahren. Bevor die Arbeiten begannen wurden 5.000 Kunden nach ihren Wünschen gefragt, denn die nun vom Interieur aufgemöbelten Züge sollen in den nächsten 15 Jahren komfortable Zugreisen von Rhein und Ruhr an die Seine möglich machen und dazu beitragen Kurzstreckenflüge auf dieser Strecke zu reduzieren. Mit Halten in Dortmund, Essen, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Aachen und einer Reisezeit von rund 4,5 Stunden ist der Thalys dabei durchaus konkurrenzfähig – denn für die Zugreise muss man keine zwei Stunden früher am Bahnhof sein und auch durch keine Sicherheitskontrolle. Dafür fährt man von Bahnhof zu Bahnhof und ist jeweils im Stadtzentrum und nicht am außerhalb gelegenen Flughafen.

Wer in der Vergangenheit mit dem Thalys unterwegs war, dem ist das gemütliche, etwas plüschige Interieur der Züge in Erinnerung. Der belgische Designer Axel Enthoven und die französische Designerin „matali crasset“ haben im Auftrag von Thalys nun ein modernes Design geschaffen, dass die Zugreise noch angenehmer macht und auch die Jury des Red Dot Design-Awards begeisterte. Die verlieh dem „Ruby“ genannten Zug bei der Gala am 20. Juni 2022 in Essen einen der begehrten Preise. Über diesen freute sich Bertrand Gosselin (Deputy CEO / COO Thalys & Eurostar), der ihn auf dem Bahnsteig des Essener Hauptbahnhofs von Prof. Dr. Peter Zec überreicht bekam.

Das neue Design sorgt für mehr Platz im Zug. 28 zusätzliche Sitzplätze erhöhen die Kapazität des voll besetzten Zuges auf fast 400 Personen. Dadurch sinkt die auf den einzelnen Passagier heruntergerechnete CO2-Belastung um bis zu zehn Prozent. Zudem gibt es zusätzliche Gepäckfächer mit Platz für rund 400 Handgepäckstücke. Dafür sorgt eine zweite Gepäckablage über jedem Sitzplatz. Auch an anderer Stelle wurde in den Reisekomfort investiert: Bequeme Sitze, Getränkehalter und über einen Schalter in der Armlehne schaltbare Leselampen sind davon die offensichtlichsten. Stellplätze für zwei Fahrräder, ein auf Selbstbedienungsautomaten umgestellter Barwagen, in dem nur zu bestimmten Zeiten von einem Mitarbeiter Alkohol verkauft wird, und erweiterte Wickelmöglichkeiten für Familien runden die Reise ab. Den Umbau hat Thalys genutzt, um den Zug auch optisch moderner zu machen. Klare Linien und moderne Farben werten den Zug auf und machen ihn auch für jüngere Fahrgäste attraktiver.

(SMC)