14. Jul. 2024

Reisen

Die Anreise planen

Wenn die Kreuzfahrt als Pauschalreise gebucht wird, kümmert sich der Reiseveranstalter in der Regel um die passende Anreise. Bucht man einzeln, kann es günstiger sein – man ist aber auch selbst verantwortlich, wenn zum Beispiel der Flug Verspätung hat und man das Schiff nicht mehr erreicht. Deshalb sollte man bei eigener Anreise unbedingt genug Zeit einplanen – und vielleicht sogar an eine oder mehrere Hotelübernachtungen vor und/oder nach der Kreuzfahrt denken. So kann man sich nicht nur von den Strapazen der Anreise erholen, sondern verringert auch das Risiko, dass das Schiff ohne einen ablegt.

An Einreiseformalitäten denken

Je exotischer das Reiseziel, desto umfangreicher ist die Vorbereitung. Während bei einer Kreuzfahrt, die in einem der deutschen Kreuzfahrthäfen startet, nicht viel zu organisieren ist, sollte man bei Abfahrtshäfen im Ausland genau hinschauen. Dann gilt es nicht nur das Ticket für die rechtzeitige Anreise zum Hafen zu buchen, sondern auch zu klären, ob man vor Ort ggf. ein Visum braucht und wie man an dieses kommt. Abhängig ist das auch von der eigenen Staatsbürgerschaft. Während Urlauber in vielen Ländern ganz ohne Visum – nur mit Ausweis oder Reisepass – willkommen sind, wird anderswo ein Visum gebraucht. Auch dafür sollte man klären, ob man dieses spontan bei der Einreise beantragen kann oder ob es im Vorfeld online oder bei der Botschaft beantragt wird. Länder wir Kanada oder die USA bieten für manche Nationalitäten vereinfachte Einreisebedingungen an – doch auch das muss vorher online beantragt werden und kostet ein paar Euro. Wird der Antrag vor Ort gestellt, sollte man sich schlau machen, welche Unterlagen man mitbringen muss, um das Visum on Arrival zu bekommen und was es kostet.

Das Bordmanifest ausfüllen

Viele Reedereien möchten vorher wissen, wer an Bord geht und bitten die Gäste rechtzeitig vor Reiseantritt ein Bordmanifest auszufüllen. In diesem werden Daten zur Person, aber manchmal auch Zahlungsdaten und Informationen zum Impf- und Gesundheitsstatus erfasst. Da das Bordmanifest für die Reederei ein wichtiges Dokument ist, sollte man alles ganz genau ausfüllen. Manchmal kann man online auch schon Ausflüge buchen. Manchmal gibt es für die Vorbuchung einen kleinen Rabatt – manchmal kann man sich Plätze bei begehrten Ausflügen mit wenigen verfügbaren Plätzen sichern.

Impfungen & Corona

Schon immer galten in verschiedenen Ländern Vorschriften für Impfungen. Darüber bietet die Internetseite des Auswärtigem Amtes Informationen – und auch die der jeweiligen Botschaften. Mit Blick auf Corona sollte man sowohl die Regularien in den angesteuerten Ländern als auch die Vorgaben der Reederei und der Fluggesellschaft im Blick haben. Je nach Anbieter und Land gibt es unterschiedliche Anforderungen, die man erfüllen muss, wenn man an der Reise teilnehmen möchte. Zwar wurden viele davon in den letzten Monaten gelockert – aber sich zu informieren hilft teure Fehler zu vermeiden.

Gibt es einen festen Dresscode?

Auch wenn auf den meisten Schiffen kein strenger Dresscode mehr gilt, sollte man sich die Wetterbedingungen entlang der Reiseroute anschauen und die passende Kleidung mitnehmen. Auf den offenen Decks des Schiffes kann es auch bei Sonnenschein windig und kühler sein. Wer seine Kleidung nach dem Zwiebelprinzip auswählt, macht alles richtig. Eine besondere Herausforderung sind der erste und der letzte Tag. So bekommt man den Koffer in der Regel erst einige Zeit nach der Ankunft auf die Kabine gebracht – alles, was man vorher braucht, gehört also ins Handgepäck. Bei der Rückreise stellt man den Koffer bei den meisten Schiffen am Vorabend der Abreise vor die Kabine und sieht ihn erst am Hafen – oder am Flughafen wieder. Wer gerne elegant unterwegs ist, sollte einen Anzug oder das Abendkleid mitnehmen – vielleicht bietet das Schiff ja einen Galaabend an.

Was nehme ich mit – und was nicht?

Jede Reederei hat etwas andere Regeln, was die Passagiere mit auf´s Schiff nehmen dürfen. Überall verboten sind gefährliche Gegenstände wie Messer und Feuerwerk. Aber auch spezielle Elektrogeräte wie Bügeleisen sind wegen der Brandgefahr auf den meisten Schiffen tabu. Fast überall sind auch eigene Lebensmittel und Getränke verboten – und werden entweder bis zum Ende der Reise konfisziert oder können nur gegen eine Gebühr an Bord verzehrt werden. Bei Souvenirs gelten die Gesetze der jeweiligen Länder. In manchen Regionen darf kein frisches Obst oder kein Honig vom Schiff an Land mitgebracht werden. In anderen sind seltene Tierarten streng geschützt. Besondere Aufmerksamkeit ist angesagt, wenn man in einem Land von Bord geht, in dem zum Beispiel Alkohol verboten ist.

Und die Ausflüge?

Für die meisten Gäste sind die Ausflüge einer der Höhepunkte der Kreuzfahrt. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, bucht diese direkt bei der Reederei. Dort sind sie zwar etwas teurer, dafür kümmert sich das Schiff um alles bei verspäteter Ankunft oder auch, wenn der Ausflugsbus eine Panne hat. Wer seine Ausflüge selbst organisiert oder im Vorfeld bei lokalen Anbietern bucht, kann viel Geld sparen, muss sich aber selbst kümmern. Auch dafür sollte man genug Zeit einplanen – und immer mal wieder nachhören, ob das Schiff im Zeitplan ist oder sich eine Verspätung abzeichnet.

An Trinkgeld denken

Je nach Reederei ist Trinkgeld für die Besatzung bereits im Reisepreis enthalten, wird zusätzlich mit einer festen Summe vom Bordkonto der Passagiere abgebucht oder liegt ganz im Ermessen des einzelnen Gastes. Vor der Reisebuchung sollte man genau hinschauen, denn wenn täglich 10-15 Euro pro Person an Trinkgeld fällig werden, erhöht das den Reisepreis deutlich. Auch sollte man sich informieren, ob der Betrag pauschal bezahlt werden muss oder bei einem einfachen Besuch an der Schiffsrezeption nach oben oder unten angepasst werden kann. Wer besondere Leistung individuell honorieren möchte, sollte immer ein paar kleine Geldscheine dabei haben.

Seekrankheit – was helfen kann

Nur selten sind die Wellen so hoch, dass es Passagieren flau im Bauch wird. Doch wer besonders empfindlich ist oder Pech mit Wind und Wetter hat, sollte sich auch über die Seekrankheit Gedanken machen. Wer eine Kabine im Bug oder Heck des Schiffes wählt, ist in der Regel stärker betroffen als Gäste, die ihre Kabine in der Mitte des Schiffes haben. Und natürlich können größere Schiffe Wind und Wetter mehr entgegensetzen als kleine. Erfahrene Reisende schwören auf verschiedene Rezepte gegen die Seekrankheit. Manche raten zu frischer Luft und Ruhe. Andere setzen auf Tabletten, Armbänder und Pflaster gegen Seekrankheit.

(SMC)