Als seine Vorgesetzten den an Tuberkulose erkrankten Pfarrer Sebastian Kneipp im Jahre 1855 nach Bad Wörishofen strafversetzten, da konnten sie nicht ahnen, dass sie damit die Grundlage für einen bis heute florierenden Gesundheitstourismus legten. Einst experimentierte der umtriebige Pfarrer mit der Gesundheit und entwickelte ein Gesundheitsmodell aus fünf Elementen. Wasseranwendungen, Kräuter, Bewegung, Ernährung und seelisches Gleichgewicht, so Pfarrer Kneipp, sorgen für Gesundheit. Helfen soll die Kneipp-Therapie unter anderem bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, Allergien und der Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. Längst ist die Kneipp-Kur auch über den Wirkungskreis ihres Erfinders hinaus bekannt und beliebt. Angesprochen sind dabei auch berufstätige, die vom stressigen Alltag Abstand brauchen und sich auf Körper und Gesundheit besinnen möchten. Angewandt wird die Lehre von Kneipp zum Beispiel im Kneippianum in Bad Wörishofen. Das alte Gebäude hat sich zu einem modern ausgestatteten und gastfreundlichen Medical-Wellness-Anbieter entwickelt. Therapeuten, Ärzte und Ordensschwestern arbeiten hier gemeinsam an der Gesundheit ihrer Gäste. So kann man den Tag mit einer Entspannungsübung beginnen und auf bequemen Matten liegend die wohltuende Wirkung des eigenen Körpergefühls und die von warmen Kirschkernkissen erspüren. Etwas rustikaler sind die ebenfalls angebotenen Kneipp-Güsse. 11 Grad kaltes Wasser bringt Körper und Geist in Schwung – oder sorgt für Entspannung. Wer sich für einen Gesichtsguss entscheidet, fühlt sich nach Sekunden frisch und wach. Bei der kurzen Anwendung wird von unten Wasser ins Gesicht gegossen, sodass man besser nicht zu tief einatmet. Ein Knieguss funktioniert ähnlich, sorgt aber dafür, dass die Beine sich entspannen. Nach einem kurzen Moment der Überraschung sorgen die wärmenden Worte des Therapeuten dafür, dass die Wirkung des kalten Wassers eine positive ist. Abgetrocknet kommt der Kreislauf schnell wieder in Schwung. Neben diesen gibt es zahlreiche andere Kneipp-Anwendungen ganz nach Geschmack und Gesundheitsbild des Gastes. Der kann in Bad Wörishofen natürlich auch kostenfrei und eigenständig der Lehre Kneipps folgen und in einem der Außenbecken Wassertreten. Für aktive Urlauber wurden 250 km Rad- und Wanderwege angelegt. Kurkonzerte und andere Veranstaltungen sorgen für beste Unterhaltung.
Das 14.000-Einwohner-Städtchen im Unterallgäu ist ein zentraler Ausgangspunkt für Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten und Restaurants im Süden von Bayern. Nur 40 Minuten südlich von München entfernt ist die Kleinstadt im Alpenvorland gerade für Gäste, die mit dem Auto unterwegs sind, eine gute Wahl. Das Übernachtungsangebot reicht von familiären Pensionen über Luxus-Hotels wie das Steigenberger Hotel „Der Sonnenhof“ bis hin zu Design-Hotels. Zentral in der auch per Bahn erreichbaren Stadt liegt ein großer Kurpark für erste Ausflüge in die Natur des Allgäu. Etwas außerhalb und mit einem kostenfreien Pendelbus erreichbar liegt die Therme Bad Wörishofen. Gäste ab 16 Jahren (Samstag ist Familientag ohne Altersgrenze) können unter 15 Meter hohen Palmen bei Wassertemperaturen zwischen 34 und 38 Grad entspannen oder auf 2.000 Quadratmetern die Saunalandschaft genießen. Seit der Eröffnung im Sommer 2004 haben mehr als 5,3 Millionen Besucher im Wasser aus einer staatlich anerkannten Heilquelle gebadet. Zwischen großem Thermalbecken, Solebecken und Whirlpools warten natürlich auch klassische Kneipp-Becken auf Gäste. Im Sommer überzeugt die Therme nicht nur durch ihr Außenbecken, sondern auch durch die zu öffnende Glaskuppel, die die Sonne direkt ins Bad lässt. In die Becken integrierte Pool-Bars sorgen dafür, dass Entspannung und Genuss sich verbinden.
Geschichtsliebhaber können nicht nur die die Person Sebastian Kneipp entdecken, der auf manchen Aufnahmen als lebenslustiger und gut genährter Raucher zu sehen ist, sondern auch die der bayerischen Könige. Mit dem eigenen Auto oder einem organisierten Busausflug kann man zum Beispiel Schloss Neuschwanstein besichtigen. Das Märchenschloss wurde ab 1869 von Ludwig II. erbaut, dessen Prunksucht ihn nicht nur den Thron kostete. Das in aller Welt bekannte Schloss wird jährlich von ca. 1.3 Millionen Gästen besucht, die in straff organisierten Führungen durch das architektonische Meisterwerk geleitet werden. Audioguides in 13 Sprachen und Führungen in Gruppen von rund 50 Personen führen durch den Thronsaal, das Ankleidezimmer und verschiedene andere Räume der Schlossanlage. Der Großteil der Innenräume wurde nie vollendet, da Ludwig II. vor der Fertigstellung entmachtet wurde und ums Leben kam. Im Schloss kann man sehen, dass der Schlossherr seiner Zeit weit voraus war. Nicht nur die Architekten trieb er zu Höchstleistungen, sondern auch Maler und Techniker. So verlangte er über den Thronsaal zwei Kuppeln, verschliss dabei mehrere Architekten und fand schließlich einen Meister des Faches, der neben eine gemauerte eine Eisenkuppel setzte. Maler lieferten ihm Bilder, die von verschiedenen Stellen im Raum ganz unterschiedlich wirken. Techniker von Siemens installierten eine Telefonleitung zum Postamt und eine Anlage, mit der der König seinen Buttler durch das Ziehen an einer Kette in genau den gewünschten Raum rufen konnte.
Geschichte und Moderne verbinden sich im bayerischen Tourismus auf besondere Weise. Nur einen Sprung entfernt von Großstädten finden sich Naturlandschaften, Parks, Gärten, kristallklare Seen und urtümliche Wirtshäuser. Doch auch die treibt die Innovation voran. So bekam ein Zusammenschluss aus Wirtshäusern für die Idee in den Gaststuben reihum Kinovorstellungen mit Heimatfilmen zu organisieren, jüngst den Bayerischen Innovationspreis. Der zweite Platz ging an einen Campingplatz, eine Sprachschule und eine Segelschule, die ihre Leistungen zu einem abwechslungs- und lehrreichen Urlaub für junge Touristen verbinden und gemeinsam anbieten. Gesundheit und Wohlfühlen in Bayern – so hätte auch Sebastian Kneipp seine Freude an den Schätzen der Natur gehabt. (SMC)
Das 14.000-Einwohner-Städtchen im Unterallgäu ist ein zentraler Ausgangspunkt für Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten und Restaurants im Süden von Bayern. Nur 40 Minuten südlich von München entfernt ist die Kleinstadt im Alpenvorland gerade für Gäste, die mit dem Auto unterwegs sind, eine gute Wahl. Das Übernachtungsangebot reicht von familiären Pensionen über Luxus-Hotels wie das Steigenberger Hotel „Der Sonnenhof“ bis hin zu Design-Hotels. Zentral in der auch per Bahn erreichbaren Stadt liegt ein großer Kurpark für erste Ausflüge in die Natur des Allgäu. Etwas außerhalb und mit einem kostenfreien Pendelbus erreichbar liegt die Therme Bad Wörishofen. Gäste ab 16 Jahren (Samstag ist Familientag ohne Altersgrenze) können unter 15 Meter hohen Palmen bei Wassertemperaturen zwischen 34 und 38 Grad entspannen oder auf 2.000 Quadratmetern die Saunalandschaft genießen. Seit der Eröffnung im Sommer 2004 haben mehr als 5,3 Millionen Besucher im Wasser aus einer staatlich anerkannten Heilquelle gebadet. Zwischen großem Thermalbecken, Solebecken und Whirlpools warten natürlich auch klassische Kneipp-Becken auf Gäste. Im Sommer überzeugt die Therme nicht nur durch ihr Außenbecken, sondern auch durch die zu öffnende Glaskuppel, die die Sonne direkt ins Bad lässt. In die Becken integrierte Pool-Bars sorgen dafür, dass Entspannung und Genuss sich verbinden.
Geschichtsliebhaber können nicht nur die die Person Sebastian Kneipp entdecken, der auf manchen Aufnahmen als lebenslustiger und gut genährter Raucher zu sehen ist, sondern auch die der bayerischen Könige. Mit dem eigenen Auto oder einem organisierten Busausflug kann man zum Beispiel Schloss Neuschwanstein besichtigen. Das Märchenschloss wurde ab 1869 von Ludwig II. erbaut, dessen Prunksucht ihn nicht nur den Thron kostete. Das in aller Welt bekannte Schloss wird jährlich von ca. 1.3 Millionen Gästen besucht, die in straff organisierten Führungen durch das architektonische Meisterwerk geleitet werden. Audioguides in 13 Sprachen und Führungen in Gruppen von rund 50 Personen führen durch den Thronsaal, das Ankleidezimmer und verschiedene andere Räume der Schlossanlage. Der Großteil der Innenräume wurde nie vollendet, da Ludwig II. vor der Fertigstellung entmachtet wurde und ums Leben kam. Im Schloss kann man sehen, dass der Schlossherr seiner Zeit weit voraus war. Nicht nur die Architekten trieb er zu Höchstleistungen, sondern auch Maler und Techniker. So verlangte er über den Thronsaal zwei Kuppeln, verschliss dabei mehrere Architekten und fand schließlich einen Meister des Faches, der neben eine gemauerte eine Eisenkuppel setzte. Maler lieferten ihm Bilder, die von verschiedenen Stellen im Raum ganz unterschiedlich wirken. Techniker von Siemens installierten eine Telefonleitung zum Postamt und eine Anlage, mit der der König seinen Buttler durch das Ziehen an einer Kette in genau den gewünschten Raum rufen konnte.
Geschichte und Moderne verbinden sich im bayerischen Tourismus auf besondere Weise. Nur einen Sprung entfernt von Großstädten finden sich Naturlandschaften, Parks, Gärten, kristallklare Seen und urtümliche Wirtshäuser. Doch auch die treibt die Innovation voran. So bekam ein Zusammenschluss aus Wirtshäusern für die Idee in den Gaststuben reihum Kinovorstellungen mit Heimatfilmen zu organisieren, jüngst den Bayerischen Innovationspreis. Der zweite Platz ging an einen Campingplatz, eine Sprachschule und eine Segelschule, die ihre Leistungen zu einem abwechslungs- und lehrreichen Urlaub für junge Touristen verbinden und gemeinsam anbieten. Gesundheit und Wohlfühlen in Bayern – so hätte auch Sebastian Kneipp seine Freude an den Schätzen der Natur gehabt. (SMC)





