12. M&a. 2026

Reisen

Anker lichten in Bremerhaven

Die Reise mit der Astor in den hohen Norden beginnt im modernen Kreuzfahrtterminal von Bremerhaven. Anreisen kann man mit dem Auto oder ganz bequem mit der Bahn. Dafür nutzt man attraktive Kombiangebote oder bucht selbst ein günstiges Ticket und fährt dann mit dem Taxi oder dem Shuttle-Bus (5 Euro) direkt zum Columbus Cruise Center. Wer früh dran ist, kann die Zeit nutzen für einen Spaziergang durch die neu eröffneten „Havenwelten“. Das neue maritime Zentrum ist Standort des Deutschen Auswandererhauses, des Klimahauses 8° Ost sowie verschiedener Museumsschiffe. Einkaufszentrum, Yachthafen und Restaurant gehören ebenso dazu, sodass die Zeit bis zum Einschiffen wie im Fluge vergeht.


Die neue Astor

Die Einschiffung erfolgt im Cruise Center in der entspannten Atmosphäre eines komfortablen Flughafens. Ausgestattet mit Ausweis oder Reisepass und dem Kreuzfahrtticket lächelt man kurz in die Kamera, durchläuft den Sicherheitscheck und schon geht es an Bord. Dabei gibt es keine festen Grenzen für die zulässige Gepäckmenge, sodass man nicht nur Kleidung für jedes Wetter sondern auch reichlich Lektüre für die Seetage mitnehmen kann. Schon auf den ersten Blick sieht man, dass die Astor ein echter Klassiker der Passagierschifffahrt ist. Das in den 80er Jahren gebaute Schiff mit seinem langen Bug, dem gestuften Achterdeck und dem glatten Heck hat die Linien eines wohl proportionierten Schiffs und wirkt damit graziler und gefälliger als mancher Schiffsneubau der letzten Jahre. Mit einer Länge von 176 Metern, einer Breite von 23 Metern und einer Kapazität von 590 Passagieren gehört die Astor inzwischen zu den kleineren Schiffen. Diesen Vorteil nutzt die Reederei geschickt, um auch in den Häfen anzulegen, die größeren Kreuzfahrern verschlossen bleiben. Zudem sorgt die Größe des Schiffs dafür, dass man seine Mitreisenden immer mal wieder an Deck oder bei den Ausflügen trifft und so Anknüpfungspunkte für spannende Gespräche hat.


Die Anker werden gelichtet

Bei strahlendem Sonnenschein werden die Anker gelichtet, das Schiffshorn ertönt und Kapitän Dimitriy Aksenov bringt die Motoren in Schwung. Majestätisch löst sich die MS Astor vom Kai und beginnt ihre Reise in den Norden. Auf dem Pooldeck schließen die Gäste erste Bekanntschaften und werden vom Team der MS Astor mit Sekt und Saft an Bord begrüßt. Viele zieht es danach erst einmal in die Kabinen. Koffer werden ausgepackt, das Interieur begutachtet und bestaunt wie viel Badezimmer in eine kleine Kabine passt. Die vollklimatisierten Kabinen bieten genug Platz für das Gepäck, bequeme Betten und je nach Kategorie weitere Annehmlichkeiten. Steckdosen ermöglichen nicht nur das Laden des Rasierers, sondern auch von Laptop und Kameraakku. Tagsüber wird ein Bett in jeder Kabine vom Kabinensteward als Sofa umgeklappt, sodass man auch in der Kabine Stunden der Muße verbringen kann. Am Abend geht es zum Abendessen in das Waldorf Restaurant. In dem genießen die Gäste Abend für Abend ein Menü a la Carte. Wer gerne früh zu Abend isst, wählt die erste Sitzung um 18 Uhr. Wer den Tag erst später ausklingen lassen möchte, entscheidet sich für die zweite um 20:30 Uhr. 515 Seemeilen, also fast 1.000 Kilometer liegen nun vor der MS Astor, die den Hafen von Kirkwall auf den Orkney Inseln ansteuert.


Die ersten Stunden an Bord

Ein Tag auf See ist die beste Gelegenheit das Schiff kennen zu lernen. Neugierig streifen die Gäste über die sieben Passagierdecks. Während die ersten mit einem organisierten „Walk a Mile“ ihr persönliches Fitnessprogramm absolvieren oder eine Runde Shuffle-Board auf dem Sportdeck spielen, lassen andere es ruhiger angehen und frühstücken im Waldorf Restaurant oder vom Buffet im Übersee Club. Auch an Seetagen wird es an Bord nie langweilig. Vorträge über Land und Leute durch fachkundige Lektoren, Kurse zum Mitmachen zu den unterschiedlichsten Themen und niveauvolle Animation sorgen genauso für zufriedene Reisende wie Spiele, Bücher und Internetcorner. Mit ihrem Team sorgt Kreuzfahrtdirektorin Silvia Ritter dafür, dass es den Gästen an nichts fehlt. Auf Sportler warten ein Sonnendeck mit großem Sportbereich, in dem man Volleyball und Basketball spielen kann sowie überdachte Tischtennisplatten und ein Rundkurs für Jogger. Im Inneren des Schiffes gibt es zudem ein Fitness-Center und eine Wellness-Oase mit Sauna, Pool und SPA-Bereich. Wohlfühlen an Bord können sich auch Jugendliche und Alleinreisende. Für beide Gruppen gibt es spezielle Treffpunkte und Angebote.


Hohe Wellen und grüne Inseln

Auf der Fahrt in den hohen Norden wird die See immer unruhiger, sodass die Reisenden hocherfreut sind vom Anblick der malerischen Orkney Inseln. Kleine Schlösser und Burgen schmiegen sich an die Ufer. Die Sonne geht auf über grünen Eilanden und weckt die Vorfreude auf den ersten Landausflug. Wer auf eigene Faust die Stadt Kirkwall erkunden möchte, bekommt umfangreiche Hafeninformationen und freut sich über einen kostenfreien Shuttleservice ins Stadtzentrum. Für die meisten Gäste lohnt sich jedoch ein organisierter Ausflug. Bei dem kann man nicht nur die Kathedrale St. Magnus und die Ruinen eines Bischofspalastes aus dem 12. Jahrhundert entdecken, sondern auch einen Blick auf die geschichtsträchtige Bucht Scapa Flow werfen, die in beiden Weltkriegen Hauptstützpunkt der britischen Flotte war und in der sich die kaiserliche deutsche Hochseeflotte selbst versenkte. Lohnend ist auch ein Besuch bei den stehenden Steinen von Stenness und dem Ring of Brodgar. Der bestand einst aus 60 riesigen Steinen, von denen heute noch 36 stehen. Die Geschichte der Steinkreise ist bis heute genauso im Unklaren wie ihre Entstehung. Auch die Gezeiteninsel Birsay Bay mit ihrem kleinen Leuchtturm und die beeindruckenden Klippen von Yesnaby sollte man sich anschauen.


Island: Unwirkliche Welt aus Vulkanen, Geysiren und Grün

Nach einem halben Tag auf den Orkney Inseln wird es Zeit die Anker zu lichten und Island anzusteuern. Das liegt weitere 702 Seemeilen nördlich. Auf dem Weg erleben die Gäste erneut die Kraft und Unberechenbarkeit des Meeres. Aus dem ruhigen Meer erheben sich deutlich sichtbar Schaumkronen. Der Wind frischt auf und auch die 176 Meter lange Astor gerät in Bewegung. In kleinen Gruppen können die Gäste das Spektakel bei einer kostenfreien Brückenführung beobachten, während andere sich mit einer Tasse Kamillentee in ihre Kabinen zurückgezogen haben. Entschädigt für die Schaukelei werden die Gäste durch den Anblick von Island. Erster Hafen ist Hafnarfjördur. Die kleine Stadt ist für die meisten Ausgangspunkt für eine Busfahrt nach Reykjavik oder einen der zahlreichen an Bord angebotenen Ausflüge. Von Rundflügen über Walbeobachtung bis hin zu einer zweitägigen Inseldurchquerung reicht das Angebot. Auf jeden Fall einen Besuch wert sind die legendäre blaue Lagune, in der man in warmem Wasser baden kann, sowie die zahlreichen Geysire und Wasserfälle. Im Nationalpark von Pingvellir trifft nicht nur die nordamerikanische auf die eurasische Kontinentalplatte. Hier liegt auch die Wiege der isländischen Verfassung. Ein Ausflug führt durch eine vulkanische, ungastliche Mondlandschaft zum Hranfossar. Mit speziellen LKWs kann man dort eine Gletscherfahrt machen und aus der Stein- in eine Eiswüste fahren. Schon auf dem Weg erlebt man eine faszinierende Landschaft aus Stein, Staub und Geröll. Höhepunkt der Fahrt ist der rund einen Quadratkilometer große Gletscher auf 900 Meter Höhe. Auf dem Rückweg fährt der Bus vorbei an erloschenen Schildvulkanen und heißen Quellen. Am frühen Abend verlässt das Schiff den Hafen von Hafnarfjördur und macht sich auf den 333 Seemeilen langen Weg nach Akureyri in Nordisland. Dabei erreicht MS Astor die Arktis, die nicht durch einen Breitengrad, sondern durch die Isobare von 10 Grad im Juli begrenzt wird. Um die Landschaft im Norden Islands kennen zu lernen macht man am besten einen Ausflug landeinwärts. In einem breiten Tal kann man den Gaudafoss (Götterfall) entdecken. Auf dem Rückweg führt die Tour in die kleine Ortschaft Laufás mit ihren im 19. Jahrhundert aus Treibholz und Torf erbauten Gebäuden. Es bleibt Zeit einem klassischen Konzert mit Violine und Piano zu lauschen bevor am Abend der Polarkreis überquert wird, nördlich von dem die Sommer zur Mitsommerzeit nicht untergeht.


Jan Mayen: Einsame Insel am Ende der Welt

Auf dem Weg immer weiter nach Norden werden die Nächte immer kürzer, die Wellen gefühlt immer höher und den Gästen bläst ein stürmischer Wind um die Nase. Auch die Brücke bestätigt Windstärke 9 mit Wellen von rund drei Meter Höhe. Beste Bedingungen also für den komödiantischen Auftritt von Neptun und seinem Gefolge auf dem Pooldeck. Wer mag kann sich durch Neptun und seine Gattin Thetis der Polartaufe unterziehen. Andere ziehen einen professionellen Fotoworkshop vor, nutzen die Zeit für einen Norwegisch-Sprachkurs oder lernen Tanzen und Malen. Am frühen Abend wird es spannend. Aus dem dichten Nebel, der das Schiff seit hunderten Kilometern begleitet, ragt in wenigen hundert Metern Entfernung die Insel Jan Mayen hervor. Zwar ist der Gipfel des 2.277 Meter hohen Vulkans der nur von einer Forschungsstation besetzten Insel nicht zu sehen, doch auch so sind die grün bewachsenen Flanken der mystischen Insel ein eindrucksvoller Anblick. Fast fühlt man sich bei der nördlichsten Vulkaninsel der Welt an den Schauplatz des Kinoerfolgs „Jurassic Parc“ erinnert, doch heute zeigen sich nur wenige Papageientaucher und Möwen an der fast menschenleeren Insel mitten im Nordatlantik.


Riesige Gletscher in Spitzbergen

Nach einem weiteren Seetag nähert sich das Schiff Spitzbergen. Der Archipel ganz im Norden der bewohnten Welt wurde nach seinen Bergformationen benannt. Heute leben und arbeiten nur noch wenige Menschen in der früher für Walfang und Kohlebergbau genutzten Region. Die war Ausgangspunkt für spektakuläre Expeditionen zum Nordpol. Heute beherbergt die einstige „Inselhauptstadt“ Ny Alesund am Südufer der Königbucht das nördlichste Postamt und die nördlichste Dauersiedlung der Welt. Schnell bilden sich bei der Ankunft des Schiffes lange Schlangen, denn neben dem Postamt gibt es außer Rentieren und ohne Nest im Geröll brütenden Vögeln nur einige Holzhütten mit internationalen Forschungsstationen und ein stillgelegtes Kohlebergwerk zu sehen. Verlassen darf man das kleine Örtchen nicht, denn dabei würde man nicht nur die empfindliche Vegetation schädigen, sondern auch in Gefahr geraten einem hungrigen Eisbären zu begegnen. Nach kurzem Halt fährt MS Astor weiter in die Magdalenenbucht. Eine alpine Bergwelt mit schroffen Felsen trifft dort auf einen majestätischen Gletscher, während im Hintergrund die spitzen Gipfel für ein atemberaubendes Panorama sorgen. Bis auf 50 Meter steuert der Kapitän die weiße Lady an einen gigantischen Gletscher heran, der das Schiff um einige Meter überragt. Tausende Seevögel haben hier ihre Heimat. Gelegentlich sieht man mächtige Eisbrocken vom 79 Meter hohen Gletscher abbrechen und ins Meer stürzen. Natürliche Verfärbungen an den Bergen zeigen, dass der Gletscher einst noch viel größer und mächtiger war als heute. Das ewige Eis schmilzt unter der globalen Klimaveränderung, doch auch weiterhin ist der Gletscher ein einzigartiges Naturschauspiel.


Robben, Möwen und Pfannkucheneis

Am nächsten Tag kreuzt das Schiff durch den 25km breiten Tempelfjord. Mit dem Tempelberg an seiner Mündung und der Schichtung des Gebirges in Form von Pfeilern erinnert die Natur hier an eine riesige, verfallene Kathedrale. Zwei kleine Gletscher, von denen einer den Fjord nicht mehr erreicht, liegen am Ende des Fjords. Wer Glück hat, sieht einzelne Robben in der Nähe des Schiffes, die von ihren Ruheplätzen auf dem auf dem Wasser treibenden Pfannkucheneis aufgeschreckt wurden. Die Bergbaustädte Longyearbyen und Barentsburg zeigen, dass die Natur auch im hohen Norden in Gefahr ist. Was einst mit einigen Hütten von Jägern und Fischern begann hat sich zu einem trostlosen und düsteren Bergbaukomplex entwickelt. Relikte aus einer Zeit als hier noch Kohle gefördert wurde, rosten langsam vor sich hin. Halb verfallene Anlagen, schwarze Schwaden aus den Kaminen und unschöne Zweckbauten liefern den Kontrast zur sonst kaum berührten Landschaft vom Spitzbergen. Für MS Astor geht die Reise weiter nach Osten. Während Stargast und Entertainerin Dagmar Frederic ihren Gästen „Ganz viel von mir“ präsentiert, macht sich das Schiff auf zum Nordkap.


308 Meter über dem Meer: Das Nordkap

Doch bevor das Schiff am späten Abend im Hafen von Honningsvag anlegt, haben die Reisenden einen weiteren Tag Zeit Bücher zu lesen, dick eingepackt in Decken auf den Sonnendecks zu liegen oder den Klängen der Bordpianistin zu lauschen. Gelegen auf Mageroy (magere Insel) ist Honningsvag eine Fischereisiedlung und Verwaltungsstadt. Im Sommer leben mehr als 5.000 Rentiere in diesem Gebiet, sodass auch die Astor-Gäste die ein oder andere kleine Herde entdecken als sie sich mit dem Bus aufmachen zum Nordkap. Den nördlichsten Punkt von Kontinentaleuropa hatte das Schiff zuvor schon passiert. Auf einem 308 Meter hohen Schieferfelsen konnten die Gäste in der Abendsonne das Denkmal in Form einer Weltkugel entdecken. Doch wer so weit gereist ist, möchte in der Regel auch selbst auf der Nordkap-Klippe stehen. Am Nordkap steht nicht nur der weltbekannte Globus sondern auch ein modernes Touristen-Zentrum mit Restaurants, Museum, Kapelle, Hotel und Souvenirgeschäft. Blickt man vom Globus aus in Richtung der im Sommer nie untergehenden Sonne, bekommt man trotzdem ein Gefühl für die Unendlichkeit des Meeres.


Tromso, das Tor zur Arktis

Fast schon wieder zu Hause fühlt man sich hingegen in Tromso. Die norwegische Stadt mit ihren 65.000 Einwohnern gilt als „Tor zur Arktis“. Das zur Stadt gehörende Gebiet ist in etwa so groß wie das Saarland. Allerdings konzentriert sich das Stadtleben auf ein kleines, dicht besiedeltes Gebiet. In dem steht nicht nur die 1965 mit dem größten Glasmosaik Europas erbaute Eismeerkathedrale sondern auch das moderne Tromso-Museum und das Polaria-Erlebniszentrum. Mit der Seilbahn „Fjelheisen“ kann man auf den 418 Meter hohen Storsteinen fahren und den beeindruckenden Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Berge genießen. Tromso war Ausgangspunkt der Expeditionen von bekannten Polarforschern wie Roald Amundsen, Umberto Nobile oder Fritjof Nansen. Heute ist die moderne Universitätsstadt ein Zentrum von Wissenschaft und Wirtschaft.


Geiranger: Der bekannteste Fjord der Welt

Nach einem weiteren Seetag erreicht das Schiff den wohl bekanntesten Fjord der Welt. Der Geiranger Fjord mit seinen Wasserfällen, den Bergen und der malerischen Landschaft ist inzwischen so beliebt, dass die Zahl der Kreuzfahrtschiffe gesetzlich beschränkt wurde. Aufgrund der kleinen Hafenanlagen kann auch MS Astor nicht unmittelbar im Hafen festmachen, sondern ankert im Fjord. Von da aus werden die Gäste mit kleinen Booten ausgeschifft und erleben so ein besonderes Abenteuer. Während manche Gäste gleich wieder an Bord eines Schiffes gehen und sich für die spektakuläre Fahrt mit einem Schnellboot entscheiden, freuen sich andere auf den Ausblick oder machen eine Wanderung durch das grüne Tal. Folgt man der engen Bucht kann man bis zu einem kleinen Wasserfall wandern. Vorbei an malerischen Häusern und Bauernhöfen und durch steile Gebirgswiesen hat man einen hervorragenden Blick auf das Schiff und die Bucht. Noch besseren Ausblick bietet ein Ausflug zum Gipfel des Dalsnibba. Der 1.500 Meter hohe Berg liegt oberhalb des Fjords und ist über die bei der Weltausstellung 1900 in Paris als Meisterwerk ausgezeichnete Geirangerstraße zu erreichen. Tiefe Abgründe, Eis und Schnee und ein schneidender Wind markieren den Weg auf den Gipfel. Dort haben Touristen aus Steinen zahlreiche Pyramiden erbaut, die angeblich die Wünsche ihrer Erbauer erfüllen. Schnell vergeht die Zeit und es heißt Abschied nehmen von Geiranger. Auf dem Weg nach Süden passiert MS Astor zum zweiten Mal bekannte Wasserfälle wie „Die sieben Schwestern“, „Freier“ oder den „Brautschleier“. Verlassene Höfe auf kleinen Gebirgswiesen erinnern an das beschwerliche Leben der Bauern in Norwegens Fjorden.


Kunst, Kultur und Shopping in Bergen

Letzte Station der Reise ist die alte Handelsmetropole Bergen. Die zweitgrößte Stadt Norwegens und mit 250 Regentagen wasserreichste Großstadt Europas mit ihren historischen, farbenfrohen Gebäuden an einem großen Hafen ist ein reizvolles Ziel für Touristen. Das Schiff ankert gleich neben dem Stadtzentrum, sodass man zu Fuß nicht nur die Festung Bergenhus aus dem 12. Jahrhundert entdecken kann sondern auch die Bryggen-Häuser, eine alte Siedlung der Hanse-Kaufleute, die zum Weltkulturerbe gehört. Doch nicht nur historisch hat Bergen einiges zu bieten. Moderne Kunst auf den Straßen und dem Festplatssen ist genauso einen Blick wert wie die verschiedenen Märkte, kleine Gassen und zahlreiche Geschäfte. Wer lieber die Natur genießen möchte, löst ein Ticket für die Floybahnen und macht eine Wanderung auf dem gut beschilderten Floyen-Berg oberhalb der Stadt.


Ein letzter Tag an Bord

Nach der Abfahrt aus Bergen bietet ein letzter Seetag Gelegenheit die Annehmlichkeiten des Bordlebens zu genießen. Zu dem gehören nicht nur das kulinarische Angebot aus Frühstück, Mittagessen, Kaffee- und Kuchenangebot, Abendessen und Mitternachtsimbiss, sondern auch zahlreiche Bars und das Show-Programm in der Astor Lounge. Abend für Abend erleben die Gäste dort Musik, Schauspiel, Gesang und andere Kunstformen. Nicht nur der Seegang erinnert dabei daran, dass man trotz aller Annehmlichkeiten an Bord eines Schiffes ist. Gerade auf den Außendecks erinnert der Kamin mit penetrantem, metallischem Klappern daran. In den Kabinen ist es hingegen erfreulich ruhig, denn dort spüren die Passagiere den Herzschlag der vier Dieselmotoren nur als leichtes Brummen. Kompromisse machen musste man hingegen bei der Lage der beiden exklusiven Spezialitätenrestaurants „Ristorante Toscana“ und „Romantic Dinner“. Diese sollte man auf jeden Fall besuchen, denn hier übertrifft sich die Küche selbst und kann es mit jedem Sternekoch aufnehmen. Dass man an manchen Tagen in den beiden Räumen die Worte des Tischnachbarn nur erahnen kann, ist bedauerlicher aber nötiger Kompromiss, um die Köstlichkeiten zu kosten. Aber auch an den anderen Abenden wird man bestens versorgt.


Ein Blick auf die „Neue Astor“

Mit der aktuellen Renovierung ist MS Astor nun wieder auf Erfolgskurs. Das in die Jahre gekommene Schiff hat gerade in den Augen treuer Stammgäste einen gewaltigen Schritt nach Vorne gemacht und ist nun auch technisch wieder auf dem neusten Stand. Wohl fühlen werden sich auch Raucher, denn nicht nur auf offenen Decks sondern auch in einer der beiden verglasten Galerien mit Meerblick in der Nähe des Waldorf Restaurants ist das Rauchen erlaubt. Dass der Rauch damit auch ins exklusive Restaurant zieht, nimmt man derzeit in Kauf. Hilfreich sind hingegen die Kleidungsempfehlungen für den Abend. An den meisten Tagen ist man mit Jeans und Hemd gut gekleidet. Der Anzug sollte nur für die Galaabende im Koffer sein. Das Gepäck stellt man in der letzten Nacht vor die Kabine. Von dort wird es am Ausschiffungstag an Land gebracht, sodass man nach einer erholsamen und spannenden Reise unbeschwert von Bord gehen kann. Gern wird man sich dann an maritime Eleganz, interessante Orte und den Blick auf die Weiten des Meeres erinnern.


Neue Nordmeerreisen in 2011

Auch im Jahr 2011 reist MS Astor ins Nordmeer. Vom 8. bis 24. Juni wiederholt das Schiff unter dem Titel „Wo Europa wild wird“ die hier beschriebene Reise. Mitfahren bei der 17-Tage-Reise kann man ab 2090 Euro in der 4-Bett-Kabine bzw. ab 3250 Euro in der 2-Bett-Kabine. Vom 26. Juli bis 9. August ist die Astor von Island aus unterwegs nach Spitzbergen, zum Nordkap und wieder zurück an die deutsche Küste. Eine Kreuzfahrt nach Nordeuropa lässt Zeit und Raum vergessen und ermöglicht jedem Reisenden ein individuelles Reiseerlebnis mit dem Komfort eines exklusiven Hotels. Buchen kann man im Reisebüro, telefonisch (0421/3336-181) und per Internet. (SMC)