26. Mai. 2022

Reisen

Zu den Klassikern für Touristen gehören nicht nur Schloss Amerang, die multimediale Autoausstellung „EFA Moderne Zeiten“ und die Kirche aus dem Jahr 1367, sondern auch das Bauernhausmuseum am Ortsrand. Auf 40.000 m² können Gäste zwischen April und Anfang November historische Bauernhöfe aus der Zeit zwischen 1525 und 1925 besuchen und eine Menge über das Leben der damaligen Bewohner erfahren. Auf dem Gelände wirken in erster Linie die Bauwerke, die überall in Bayern entdeckt und schließlich in Amerang wieder aufgebaut wurden. Doch auch die Ausstattung mit historischen Möbeln und die Informationen über das Leben und die Arbeit in der damaligen Zeit machen den Besuch im Freilichtmuseum interessant. Dieser wird multimedial von einem kostenfreien Audioguide begleitet, den man auch auf das Smartphone laden kann.

„Hier zahlen die Touristen die Preise wie die Einheimischen – nicht umgekehrt“, freut sich Sepp Stein. Er vermarktet seit vielen Jahren regionale Produkte und hat unter dem Markennamen „Odl“ (Jauche) selbst einen Kräuterlikör auf den Markt gebraucht. Sein Hotel hat er längst an den Sohn übergeben, der in dem ehemaligen Bauernhof und Familienhotel keinen Stein auf dem anderen gelassen hat. Doch auch der 38-jährige Joseph Stein ist Hotelier mit Leib und Seele. Bei der Renovierung des Familienhotels hat er dem Gebäude einen charmanten, modernen Stil gegeben. Durch die Lage des Hotels „Das Stein“ mitten im Ortskern von Amerang und den persönlichen Service, bei dem das Wohl der Gäste im Mittelpunkt steht, hat der Jungunternehmer sich trotz der schwierigen Corona-Zeiten bereits fest etabliert. Wer bei ihm zu Gast ist, erfährt aus erster Hand, was in Amerang gerade geschieht. Das Hotel bietet den Gästen ein vielseitiges und in großen Teilen regionales Speiseangebot. Honig aus Amerang steht genauso auf dem Speiseplan wie Käse aus der Nachbarschaft sowie Brot und Brötchen von einer regionalen Backstube, die das Korn in der Umgebung auch selbst anbaut. Auch sein Vater Sepp ist weiterhin aktiver Unternehmer. Neben seinem Klassiker „Odl“ bietet der Odl-Produzent nun auch einen Bavarotti genannten Kräuterlikör an. Der bayerische Amaro, „Bayerns dunkle Seele“, wie Sepp Stein es nennt, wird auf Basis von 26 Kräutern nach einem mittelalterlichen Verfahren hergestellt.

Amerang ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge – zum Beispiel zum nahe gelegenen Chiemsee. Wer mit dem Auto anreist, erreicht in weniger als einer halben Stunde Seebruck. Dort kann man vor dem beeindruckenden Alpenpanorama am Ufer flanieren. In den Sommermonaten laden verschiedene Anbieter zum Wassersport ein. Auch die ehemalige Benediktinerabtei Kloster Seeon liegt nicht weit entfernt. Doch auch Amerang selbst bietet für Spaziergänger und Radfahrer viele Möglichkeiten. Während Landschafts- und Naturschutzgebiete Einblick in die regionale Natur bieten, kann man in der Gegend auch exotische Tiere entdecken. Auf einer Wiese gleich neben dem Bauernhausmuseum stehen Lamas. Und in einem Wohngebiet mitten in Amerang kann man auf einer Wiese Kängurus bestaunen.

Auch kulinarisch hat Amerang eine Menge zu bieten. Alois Grasser ist Wirt des Landgasthauses Suranger. Aus einem einfachen Gasthaus hat er in den letzten 26 Jahren einen modernen und doch urigen Betrieb gemacht, der bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt ist. Während an einem Tisch Karten gespielt und Bier getrunken wird, zeigt die Küche am nächsten ihr Können. Grasser achtet dabei wo möglich auf regionale Zutaten. Auf der Karte stehen sowohl typisch bayerische Gerichte wieFlädlesuppe als auch beliebte Klassiker wie Cordon bleu – modern interpretiert mit zartem Fleisch und einer Spargelfüllung. Alois Grasser, seine Frau und das in Dirndl gekleidete Team des „Suranger“ geben dem Restaurantbesuch eine persönliche Note. Wer mag, kann nach dem Essen noch einen Spaziergang über die Felder oder zum nahegelegenen See machen.

Auch wer es typisch italienisch mag, wird in Amerang fündig. „Il Borgo“ nennt sich das italienische Restaurant im Stadtzentrum. Wer hier zu Abend essen möchte, sollte rechtzeitig einen Tisch reservieren, denn an vielen Abenden ist das Restaurant ausgebucht. Warum weiß man, wenn man die Speisen gekostet hat. Genießer beginnen den Abend mit Carpaccio mit Rucola und Parmesan. Dann muss man sich entscheiden: Eine Pizza aus dem Ofen – oder ein anderes Hauptgericht aus der offenen Küche. Äußerst delikat ist zum Beispiel das Rinderfilet mit Pfeffersauce. Auch das Ambiente stimmt – fröhlich auf Italienisch und Deutsch parlierende Kellner, flackernde Kerzen und die Geräusche aus der geschäftigen Küche machen den Besuch im „Il Borgo“ zusätzlich interessant.  

Wer Urlaub in Amerang bucht hat die Wahl. Während manche Gäste „nur“ einen entspannten Spaziergang machen oder das Landschaftspanorama vom Rad aus genießen, entscheiden sich andere für das volle Ausflugsprogramm und fahren von Amerang nicht nur nach Rosenheim und zum Chiemsee, sondern auch nach Wasserburg am Inn und zu vielen weiteren Orten.

(SMC)