28. Sep. 2020

Reisen

Kieler Sprotten sind weltbekannt. Doch wer weiß schon, dass die meisten der Fische in Wirklichkeit in Eckernförde angelandet wurden. Trotzdem begründete der Fischfang einst den Wohlstand des Ostseehafens. Silbrig aus dem Wasser gezogen wurden die kleinen Fische im Stadtgebiet geräuchert und kamen goldfarben schimmernd wieder aus dem Rauch. Heute sind nur noch einzelne der charakteristischen Räuchertürme erhalten – doch dafür gibt es vieles andere zu entdecken. Manches fällt auf den ersten Blick ins Auge – wie der weitläufige Strand und die schön gestaltete Promenade und die belebte Innenstadt mit ihrem Wochenmarkt und den zahlreichen inhabergeführten Geschäften. Anderes entdeckt man erst auf den zweiten Blick. So ist das Eichhörnchen nicht nur das Wappentier der Stadt, sondern auch in der am Stadtrand gelegenen Eichhörnchen-Schutzstation zu sehen. In einem weitläufigen Garten hat die Schutzstation ihre Volieren stehen. Die meisten sind unsichtbar für die Besucher, denn in diesen leben Eichhörnchen, die später wieder ausgewildert werden sollen. Bis zu 250 Tiere betreut die Station pro Jahr. Eine Voliere im Zentrum der Anlage ist hingegen mit Dauergästen belegt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder in die Freiheit entlassen werden können. Diese können die Besucher aus der Nähe erleben und zuschauen, wie die engagierten Mitarbeiter der Station die Tiere füttern. Wer mag, kann mit den Eichhörnchen-Experten fachsimpeln und Tipps und Tricks für den Umgang mit den Wildtieren erfahren.

Bei einem Bummel durch die Gassen der Stadt begegnen sich alt und neu. Historische Backsteinhäuser, teils liebevoll bepflanzt mit Stockrosen, stehen Seite an Seite mit modernen Apartments. Diese prägen inzwischen das Erscheinungsbild des Hafens, in dem vor Jahrzehnten regelmäßig Frachter entladen wurden. Wo einst Eisenbahnschienen und Warenlager lagen, gibt es heute Restaurants, Fischbuden und exklusive Geschäfte. Wer zur richtigen Zeit vor Ort ist, kann einem der wenigen verbliebenen Fischer den Fang des Tages abkaufen. Auf den kleinen Kuttern wird gewogen, filetiert und Seemannsgarn gesponnen. Wer den Trubel hinter sich lassen möchte, mietet sich am besten ein Fahrrad. Mit dem kann man zum Beispiel das Windebyer Noor umrunden. Dieser 389 ha große Binnensee liegt getrennt von der Eckernförder Bucht auf der anderen Seite der Stadt. Während die ersten Kilometer ein gut ausgebauter Wander- und Radweg sind, wird es im hinteren Teil des Sees deutlich ruhiger und malerischer. Ein kleiner Abstecher in die nicht für Fahrräder vorgesehene Richtung führt zu einem kleinen Strand, vor dem der „Weiße Stein“, ein 48 t schwerer Findling, im See liegt. Einst brachten ihn die Gletscher in die Gegend. Heute freuen sich Seevögel über die Rastmöglichkeit. Eine urige Bank macht den Platz auch für Urlauber zu einem guten Rastplatz. Dahinter beginnt ein nur bedingt für Fahrräder geeigneter Weg. Über alte Holzbohlen, durch tiefe Schlaglöcher und inmitten der fast unberührten Natur kann man dort gerade als Fußgänger die Seele baumeln lassen.

Lebhafter ist es auf der anderen Seite von Eckernförde. An der Promenade liegt zum Beispiel das Meerwasser-Wellenbad. Es ist kein modernes Spaßbad, sondern verfügt über ein 42 Meter langes und 15 Meter breites Schwimmbecken und eine eindrucksvolle 75 m-Wasserrutsche. Aktuell ist diese wegen Corona noch geschlossen – aber man hofft, die Hauptattraktion des Bades bald wieder öffnen zu können. An der Promenade sind neben schönen Blumenbeeten auch Kunstwerke zu sehen. Blumenfreude kommen hier auf ihre Kosten, während andere den weißen Strand, die Strandkörbe und das nur langsam abfallende Wasser genießen. Gerade das macht Eckernförder auch für Familien zu einem interessanten Reiseziel. Für alle Altersgruppen interessant ist der Kletterwald in Altenhof. Wer gut zu Fuß ist, erreicht diesen von Eckernförde zu Fuß. Im Buchenwald gibt es 13 Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Nach einer kurzen Einführung in die Sicherheitsausstattung kann man zwischen den Bäumen nach Herzenslust klettern. Beim Einstieg in die unterschiedlichen Routen hängen Hinweise zum Schwierigkeitsgrad und zur jeweiligen Mindestgröße für den Parcours. Wer nicht klettern mag, kann in der Nähe den Steilküstenwanderweg erkunden. Der Weg führt zunächst vorbei am Begräbniswald und nähert sich dann der malerischen Steilküste. Diese kann man durch den Wald von oben bewundern und nach dem Abstieg am Strand zurückgehen.  

Eckernförde bietet seinen Gästen zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten vom Hotel über die Ferienwohnung bis zum Übernachtungsstrandkorb. Am Strand steht auch eine Kirche im Schäferwagen, in dem Zeit für besinnliche Momente ist. Wer mag kann anschließend die regionale Gastronomie besuchen, ein Fischbrötchen auf die Hand nehmen oder den Sonnenuntergang am Meer erleben.

(SMC)