27. Jan. 2021

Wellness

Eine Vielzahl von Methoden vom Kondom über die Pille bis hin zu weniger verlässlichen Ansätzen ermöglicht hingegen eine relativ sichere Familienplanung. Doch wie so oft im Leben hat jede einzelne Methode nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile. So scheuen manche Menschen die mit dem Einsatz der Pille verbundene Hormonbelastung. Andere neigen zu Vergesslichkeit oder machen sich Gedanken, ob sie sich auf den Partner oder die Partnerin verlassen können. Männer, die ganz sicher sind, dass sie ihre Familienplanung abgeschlossen haben, können sich daher für eine Vasektomie entscheiden. Doch was ist Vasektomie?

Bei der operativen Sterilisation des Mannes wird der Samenleiter durchtrennt und so der Transport von Spermien an dieser Stelle unterbunden. Die Samenflüssigkeit enthält nach der Operation, meist unter lokaler Betäubung, also keine Spermien mehr enthalten. Das klappt fast zu 100 Prozent. Nach Auskunft des Netzwerks „Vasektomie Experten“ liegt der „Pearl Index“ nach einer Vasektomie bei 0,1. Das heißt, dass bei tausend Paaren, die auf diese Art verhüten, nur eine einzige Frau schwanger wird. Im Vergleich zu vielen anderen Methoden ist das ein sehr niedriger Wert.

Erster Schritt auf dem Weg zur Vasektomie ist eine Beratung beim Facharzt. Erst nach dieser – und nach reiflicher Überlegung – kann ein Termin für eine Operation vereinbart werden. Bei der klassischen Variante legt der Arzt den Samenleiter durch einen kleinen Hautschnitt frei. Dann wird dieser bei der rund halbstündigen Operation durchtrennt, ein kleines Stück entfernt und beide Enden verödet. Manche Ärzte nutzen alternativ die „Non-Scalpel“ Vasektomie (NSV). Bei dieser wird die Haut am Hodensack an einer oder zwei Stellen punktiert und so der Samenleiter erreicht. Eine Variante der NSV nennt sich „No-Needle-No-Scalpel“ (NN-NSV). Bei dieser wird das Betäubungsmittel nicht mit einer Spritze verabreicht, sondern durch Luftdruck in die Haut gepresst. Die Kosten für eine Vasektomie schätzen die „Vasektomie Experten“ mit ca. 450 bis 600 Euro. Diese werden nicht von der Krankenversicherung oder -kasse übernommen, sondern von den Patienten selbst bezahlt. Informationen über das Verfahren gibt es unter anderem bei Fachärzten für Urologie, von denen derzeit 228 dem Netzwerk „Vasektomie Experten“ angeschlossen sind.

(SMC)