20. Okt. 2020

Wellness

Lediglich 40 Cent des Verkaufspreises eines Markenturnschuhs fließen nach einer Untersuchung von Statista in die Löhne der Menschen, die den Schuh produziert haben. Das erscheint vielen Konsumenten ungerecht – doch was ist die Lösung? Wer einen Sneaker der Marke „ethletic“ kauft, kann sich künftig im Onlineshop ein freiwilliges Trinkgeld für die Näher*innen entscheiden. Ein, drei oder fünf Euro machen beim Kauf der je nach Modell zwischen 74,90 Euro und 99,90 Euro teuren Sneaker für den Kunden keinen großen Unterschied – wohl aber für die Näher*innen in Pakistan, die das freiwillige Trinkgeld ohne Abzüge erhalten und so ihre Lebensbedingungen verbessern können.  Realisiert wird das „globale Trinkgeld“ gemeinsam mit dem Berliner Social-Start-up „tip me“.

Bei ethletic wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Das Unternehmen rund um CEO Marc Solterbeck verkauft die weltweit ersten Sneaker mit Fairtrade-Gütesiegel und setzt zum Beispiel bei der Auswahl der Baumwolle auf faire Produktionsbedingungen. Das Unternehmen möchte seinen Kunden beim Sneaker-Kauf eine Alternative bieten, die genauso modisch ist wie ein konventionelles Markenprodukt. Erstmals brauchte ethletic 2004 einen Baumwollsneaker auf den Markt, der ab 2010 mit dem Fairtrade-Gütesiegel zertifiziert wurde. In der Folge initiierte das Unternehmen den Aufbau eines FSC-Nachhaltigkeitssiegels für Gummiprodukte. Die Mitarbeiter*innen der Manufaktur in Pakistan, die die ethletic-Sneaker herstellen, erhalten nicht nur Gehälter, die 20 Prozent über dem dortigen Mindestlohn liegen, ethletic zahlt auch eine freiwillige Prämie an die „Worker’s Welfare Society“ zur Finanzierung sozialer Projekte. Hinzu kommt nun das globale Trinkgeld als Dankeschön der Kund*innen an die Näher*innen.

Jede*r Dritte nutzt diese neue Möglichkeit nach Angaben des Unternehmens bereits. Es trägt die Transaktionskosten, sodass das freiwillige Trinkgeld die Näher*innen ohne Abzug erreicht. tip me überweist das Geld als „SMS-Überweisung“ direkt nach Pakistan, wo das Geld gemäß einem Verteilungsschlüssel gerecht auf die SIM-Karten der Mitarbeiter*innen verteilt wird. Alle Mitarbeiter*innen können sich das Geld jederzeit bei einem Kiosk oder einer lokalen Bank bar auszahlen lassen. „Gerade jetzt legen wir unseren Kunden tip me besonders ans Herz. In Ländern wie Pakistan gibt es kein soziales Netz und keinen doppelten Boden zur Absicherung. Jobverluste bedeuten einen Sturz ins Bodenlose“, so Marc Solterbeck, CEO von ethletic. Bei einem durchschnittlichen Tageslohn von fünf Euro wird dieser durch ein entsprechendes Trinkgeld schnell verdoppelt. Das verhilft den Menschen dort nicht nur zu einem besseren Lebensstandard, sondern lässt sie auch positiver auf die Zukunft und Ausbildung ihrer Kinder blicken.

Neben der Nachhaltigkeit überzeugen bei ethics auch die Produkte. Der Sneaker „Fair Sneaker Root Collection“ zum Beispiel überzeugt nicht nur durch das gelungene Design, sondern auch durch die gute Verarbeitung. Die für alle Alltagssituationen gut geeignete Sohle sorgt für Gripp, der Materialmix und das Konzept der Schuhe für ein gutes Gewissen. Latexschaum aus Naturkautschuk und polsternde Kokosfasern in der Sohle sind Beispiele für das durchdacht nachhaltige Konzept. Verkauft werden die ethics-Schuhe in den Größen 36 bis 47. 

(SMC)